FAZ plus ArtikelMetropolen im Machtkampf

Endlich macht Frankfurt einen Stich

Von Manfred Köhler
09.06.2020
, 11:40
Metropolen im Machtkampf: Mit dem Umzug der Fashion Week kann sich Frankfurt gegenüber Berlin behaupten.
Das Verhältnis der Metropolen Berlin und Frankfurt ist heikel. Jüngst lief es eher für die Hauptstadt gut. Mit dem Gewinn der Modewoche macht die Stadt am Main aber Boden gut.
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Berlin? Für manchen in Frankfurt ist der Name der Hauptstadt in den vergangenen Jahren zu einem Reizwort geworden. Vorbei die Zeiten unmittelbar nach der Wiedervereinigung, als die Rollen klar verteilt schienen: die Metropole an der Spree als politische, die Metropole am Main als wirtschaftliche Hauptstadt. Schon 1994 musste Frankfurt den ersten Schlag hinnehmen, als die Deutsche Bahn an den Potsdamer Platz in Berlin umzog – die Bundesbahn war über Jahrzehnte von einem Gebäudekomplex an der Friedrich-Ebert-Anlage in Frankfurt aus gelenkt worden.

Später verlor Frankfurt vor allem Verbände an die Hauptstadt. Bonn war für sie von Frankfurt aus noch leicht zu erreichen gewesen, wenn Politiker oder Ministerialbeamte zu treffen waren, in Berlin aber wollte man dauerhaft vertreten sein. Vor allem der Umzug des Verbands der Automobilindustrie 2009 wurde in Frankfurt als schmerzhaft empfunden – zu Recht, stellte er doch den ersten Schritt zu der großen Entfremdung der Mainmetropole zu dieser Branche dar, der schließlich im Wegzug auch der vom Verband organisierten Internationalen Automobil-Ausstellung nach München gipfelte.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Köhler, Manfred
Manfred Köhler
Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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