FAZ plus ArtikelRheingauer Wein

„Erstes Gewächs“ für Deutschland

Von Oliver Bock
10.04.2021
, 21:48
Die Novellierung des nationalen Weingesetzes ist beschlossene Sache. Der Rheingau gibt ein Privileg auf und verliert ein Alleinstellungsmerkmal für seine Spitzenweine.

Das „Erste Gewächs“ ist der Stolz des Rheingaus gewesen: Seit 1999 war die Weinregion zwischen Lorch und Hochheim das einzige Anbaugebiet Deutschlands, dessen Weinberge nach wissenschaftlichen Kriterien im Hinblick auf ihre Güte klassifiziert worden waren. Auf Basis dieser Gütekarte und mit dem gesetzlichen Segen des Landes Hessen durften ausschließlich im Rheingau „Erste Gewächse“ als trockene Spitzenweine erzeugt werden. Ein nationales Alleinstellungsmerkmal, das zugleich Segen und Fluch war.

Denn durch die Verankerung „Erster Gewächse“ in der Verordnung zum hessischen Weinrecht war allen anderen Erzeugern in Deutschland die Nutzung dieses Begriffs verwehrt. Rund 150 deutsche Spitzenwinzer außerhalb des Rheingaus, die dem ambitionierten Verband der Prädikatsweingüter (VDP) angehörten, wichen deshalb auf den Begriff „Großes Gewächs“ aus. Mit Erfolg und mit unguten Folgen für das „Erste Gewächs“.

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Quelle: F.A.Z.
Oliver Bock - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Oliver Bock
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.
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