FAZ plus ArtikelEinsatz unter Wasser

Wie sich Rettungstaucher auf den Ernstfall vorbereiten

Von Bernhard Biener
05.07.2019
, 14:18
Erste Hilfe: Der aus dem See „gerettete“ Taucher bekommt reinen Sauerstoff.
Sie müssen jede Übung so ernst nehmen wie einen Einsatz. Denn zu einem Unfall kann es auch im Training kommen. Ein Besuch bei einer Rettungstauchereinheit.

Still ruht der See. Nur kleine, kreisförmige Wellen und Luftblasen geben einen Hinweis darauf, wo sich Tobias Böhler ungefähr befindet. Und die rote Leine natürlich, die zu ihm führt. Böhler ist Rettungstaucher und ansonsten in dem trüben Baggersee unsichtbar. Durch das Rauschen eines Lautsprechers hindurch sind seine Atemzüge zu hören. Es passiert aber durchaus einmal, dass in einer Senke die Funkverbindung abreißt. Deshalb ist die Leine so wichtig, die am Ufer durch die Hände von Sascha Ullrich läuft. Er ruft plötzlich: „Hab die Eins!“ Die Worte reichen, um die beschauliche Szene in Aufruhr zu versetzen.

Jeder Taucher kennt das Signal: Einmal an der Leine ziehen heißt, es ist Not am Mann. Oder der Frau, denn zu den Rettungstauchern im Main-Taunus-Kreis gehören fünf Frauen. Eben noch hat Marco Hentze auf einem Sitzsack neben Ullrich eher gelegen als gesessen. Schließlich trägt er ein schweres Sauerstoffgerät auf dem Rücken, das an Land ebenso hinderlich ist wie der organgefarbene Neoprenanzug an dem milden Sommerabend. Die dadurch erzwungene, scheinbar lässige Strandbar-Haltung täuscht. Hentze springt auf, wirft sich mit einem großen Platsch ins Wasser und folgt der Leine zu seinem Kameraden.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Biener, Bernhard
Bernhard Biener
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.
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