Forderung nach Tarifvertrag

Amazon-Mitarbeiter streiken am „Black Friday“

Aktualisiert am 29.11.2019
 - 12:18
Streik in Bad Hersfeld: Nicht zum ersten Mal legen die Amazon-Mitarbeiter die Arbeit nieder (Archivbild).
An einem der umsatzstärksten Tage des Jahres gerät der Online-Händler Amazon unter Druck: Die Angestellten fordern einen Tarifvertrag. Kunden sollen vom Streik nichts spüren, verspricht der Konzern.

Zu Beginn der Rabattaktion „Black Friday“ haben Mitarbeiter des Online-Händlers Amazon in Bad Hersfeld die Arbeit niedergelegt. Der Streik soll ihren Forderungen nach einem Tarifvertrag Nachdruck verleihen. Mit dem Beginn der Frühschicht seien am Freitag 300 Mitarbeiter in den Streik getreten, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke: „Im Laufe des Tages kommen die anderen Schichten dazu.“ Sie rechne für Freitag mit insgesamt 500 bis 600 Beteiligten.

Geplant sind laut Verdi drei Streiktage. Denn der Montag gilt als „Cyber Monday“ ebenfalls als umsatzstarker Tag für den Online-Handel. Erst am Dienstag soll der Arbeitskampf enden. Bad Hersfeld ist der größte deutsche Versandstandort des Branchen-Riesen. Bestreikt werden laut Gewerkschaft auch die Standorte Rheinberg, Werne (beide NRW), Koblenz (Rheinland-Pfalz), Leipzig (Sachsen) und Graben (Bayern).

Amazon-Kunden werden nach Angaben eines Unternehmenssprechers davon nichts spüren: „Die Pakete kommen pünktlich an“, verspricht er. Der Großteil der Mitarbeiter kümmere sich „ganz normal um Kundenbestellungen“.

Streiks seit Mai 2013

Bei Amazon wird seit Mai 2013 in Deutschland immer wieder gestreikt - ohne dass es in dem festgefahrenen Konflikt um einen Tarifvertrag zu greifbaren Ergebnissen kommt. Der Konzern argumentiert, dass die Mitarbeiter Tätigkeiten der Logistikbranche ausübten und nicht des Einzelhandels. Das Unternehmen biete eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen in der Logistik, zudem gebe es Karriere-Chancen und viele Extras, argumentiert Amazon.

In Deutschland ist Amazon seit mehr als 20 Jahren aktiv und betreibt mittlerweile 13 Logistikzentren mit 13.000 Festangestellten.

Quelle: dpa
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