Ergebnisse einer Studie

Coronavirus hemmt auch Start-ups

Von Patricia Andreae
12.11.2020
, 15:34
Laut einer neuen Studie werden Start-ups mit ihren Geschäftsmodellen immer digitaler – insbesondere in Frankfurt. Dabei gewinnt vor allem Künstliche Intelligenz als Zukunftstechnologie an Bedeutung.

Die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt und größere Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung sind die größten Hürden für Unternehmensgründer im Raum Frankfurt. Das geht aus den Ergebnissen des 8. Deutschen Start-up-Monitors hervor, den der Bundesverband Deutsche Start-ups und die Beratungsgesellschaft PWC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt haben. An der Studie haben sich knapp 2000 Gründer beteiligt, darunter 112 Start-ups aus der Region um Frankfurt.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass die Start-ups mit Geschäftsmodellen wie Online-Plattformen, Software as a Service und Online-Handel immer digitaler werden, insbesondere in Frankfurt: 73 Prozent der Jungunternehmer aus der Mainmetropole setzen demnach auf ein digitales Angebot, damit hat sich dieses Segment im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozentpunkte erhöht und liegt um sechs Prozentpunkte über dem bundesweiten Schnitt.

Bei der Frage nach dem Einfluss von Digitalisierung auf die Entwicklung von Geschäftsmodellen ist der schon 2019 hohe Wert um weitere elf Prozentpunkte auf 92 Prozent gestiegen. Insbesondere Künstliche Intelligenz gewinnt als Zukunftstechnologie an Bedeutung: Jeder zweite Frankfurter Jungunternehmer (2019: 42 Prozent) ist der Meinung, dass KI weitreichende Implikationen für sein Geschäftsmodell hat.

Zwar seien Start-ups tendenziell schon immer digitaler als etablierte Unternehmen, aber gerade in der Krise komme es mehr denn je auf innovative, technologiegestützte Angebote an, sagt Michael Burkhart, Leiter des Frankfurter Standorts von PWC: „Die Start-ups haben erkannt, dass die weitere Fokussierung auf die Digitalisierung ihre Geschäftsmodelle resilienter macht.“ Die Krise habe viele gezwungen, sich zu digitalisieren und so die Nachfrage nach entsprechenden Produkten gesteigert.

Pandemie hat ihr Geschäft negativ beeinflusst

Nach der Umfrage berichten zwei Drittel der Frankfurter Start-ups, dass die Pandemie ihr Geschäft negativ beeinflusst hat, bundesweit waren es 75 Prozent. Besonders der Ausfall von Veranstaltungen, die Verzögerung von Aufträgen, der kurzfristige Umsatzrückgang und die reduzierte Liquidität machen den Gründern zu schaffen. Als Reaktion auf die Krise fokussieren sie sich auf ihre Produktentwicklung (60 Prozent), fast jeder zweite verschiebt geplante Investitionen. Nur 14 Prozent aber geben an, dass sie Personal abgebaut haben.

Dennoch: Im Jahresvergleich ist die durchschnittliche Mitarbeiterzahl gesunken. Beschäftigten die Frankfurter Start-ups im Vorjahr im Schnitt noch 17 Mitarbeiter, sind es heute nur noch 13. „Jetzt kommt es darauf an, die Liquidität sicherzustellen, zum Beispiel durch Zuschüsse der öffentlichen Hand oder auch durch Corporate Venture Capital“, so Burkhart.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Andreae, Patricia (cp.)
Patricia Andreae
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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