De-Cix legt im Ausland zu

Der kleine Internet-Riese wächst

Von Inga Janović
25.06.2020
, 05:08
25 Jahre jung ist der Frankfurter Betreiber des größten Internetknotens der Welt. Die Kunden haben De-Cix ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht, vor allem jene im Ausland.

Pünktlich zum 25. Geburtstag hat sich die Betreibergesellschaft des Frankfurter Internetknotens De-Cix selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht: Zehn Prozent Umsatzwachstum konnte das Unternehmen aus dem Frankfurter Osten im Jahr 2019 verbuchen, das Ergebnis also innerhalb eines Jahres von 35,7 auf 39,6 Millionen Euro steigern. Vor allem das internationale Geschäft ist im vergangenen Jahr kräftig, nämlich um 29 Prozent, gewachsen und macht nun 15 Prozent des Umsatzes aus. Unterm Strich blieben nach Steuern und Abschreibungen 3,3 Millionen Euro übrig.

Das sind, gemessen an der Bedeutung des De-Cix, noch verhältnismäßig kleine Zahlen. Schließlich betreibt das Unternehmen, das zu einhundert Prozent dem Verband der Internetwirtschaft Eco gehört, unter anderem den weltweit bedeutendsten Internetknoten, den De-Cix Frankfurt. Erst durch den sogenannten Interconnection-Service, den das Unternehmen für weltweit 1900 Kunden bereitstellt, wird das Internet, das tatsächlich aus vielen einzelnen Netzen und Nutzern besteht, zu einem weltumspannenden Netz. Nirgendwo sonst werden größere Datenmengen zwischen den einzelnen Netzen durchgeleitet als am Main. Im Prinzip gehen die Signale nahezu jeder E-Mail und jeder Netflix-Serie, die sich jemand in Europa herunterlädt, einmal durch Frankfurt.

23 Standorte in 13 Ländern

Eine ähnliche Schlüsselposition strebt die De-Cix Group AG auch an anderen der mittlerweile 23 Standorte in 13 Ländern an. In Hamburg und München wuchs die Kundenzahl deutlich, an den Standorten in Istanbul und Dubai gelang es, die Zahl der angeschlossenen Kunden um 50 Prozent zu steigern. Seit dem vergangenen Jahr sind die Deutschen auch in Südostasien aktiv. „Wir gehören nicht nur in unserer Homebase Frankfurt, sondern auch in Standorten wie New York, Madrid und Mumbai zu den Top-Playern, De-Cix ist zu einem echten globalen Brand geworden“, sagt Ivo Ivanov, der im Geschäftsführer-Duo mit Harald Summa für das internationale Geschäft zuständig ist. Dieses soll in den nächsten Jahren noch ausgebaut werden, vor allem in Südeuropa, Südostasien und Amerika sollen Standorte dazukommen.

Es gäbe also viele Gründe, um ein oder gar mehrere ausgelassene Feste zu feiern, trotzdem bleiben alle zu Hause. Stattdessen soll der 26. Juni, der Tag, an dem das Unternehmen 1995 ins Handelsregister eingetragen wurde, mit einer Art Fernsehshow gefeiert werden. So viel digitale Welt wäre im Gründungsjahr noch gar nicht möglich gewesen. Damals konnten via Internet gerade mal E-Mails und Bilder versendet werden, die Menge der Websites war noch zählbar und der Internetknoten in Frankfurt bestand aus einem einzigen Server-Kasten und Kabeln in einem leeren Postamt im Gutleutviertel.

Heute steht die technische Infrastruktur des De-Cix in 35 Frankfurter Rechenzentren und hat so große Kapazitäten, dass sie auch im März, als der Corona-Lockdown den Datenverkehr auf neue Rekordfrequenzen trieb, nicht an die Auslastungsgrenzen geriet. Dennoch sagt ein Sprecher, man habe beim De-Cix viel darüber lernen können, wie das Internet unter höchster Belastung funktioniert.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Janovic, Inga
Inga Janović
Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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