FAZ plus ArtikelDGB-Chef über Grundeinkommen

„1000 Euro für jeden sind unsozial“

Von Falk Heunemann
Aktualisiert am 08.08.2020
 - 14:01
Hat gerechnet: Philipp Jacks, Vorsitzender des DGB in Frankfurt
Gerade in einer Wirtschaftskrise würde ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht funktionieren. Davon ist inzwischen der Frankfurter DGB-Chef Philipp Jacks überzeugt.

In der Corona-Krise flammt abermals die Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen auf. Was ist so faszinierend an dieser Idee?

Sie klingt charmant, gerecht und einfach: Jeder bekommt, unabhängig vom Einkommen oder vom Vermögen, vom Staat eine Zahlung von – je nach Konzept – 500 bis 1500 Euro im Monat. Das wirkt transparenter als unser hochkomplexes Steuer- und Sozialsystem. Es wird nur übersehen, dass diese Idee nicht funktioniert.

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Kritiker des Grundeinkommens

Gleich mehrere neue Petitionen an den Bundestag, die ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern, haben in den vergangenen Wochen insgesamt 800.000 Unterstützerunterschriften erhalten. In Umfragen sind etwa die Hälfte der Bundesbürger grundsätzlich dafür. Zu den Befürwortern zählen der Gründer der Drogeriekette DM, Götz Werner, die SPD-Vorsitzende Saskia Esken und der Philosoph Richard David Precht. Fast alle Parteien haben über Varianten des Grundeinkommens diskutiert. Gemeinsam ist ihnen, dass jeder vom Staat ein Grundgehalt erhielte, egal ob Arbeitsloser, Beschäftigter, Kind oder Millionär. Unterschiede gibt es aber, wie hoch der Betrag sein soll – und wie er finanziert werden könnte. Philipp Jacks hatte sich mit dem Thema in seiner Magisterarbeit an der Frankfurter Goethe-Universität beschäftigt – und lehnt das Konzept nun ab. Dabei vertritt der 43 Jahre alte Politikwissenschaftler, der keiner Partei angehört, ansonsten eher linke Positionen. Seit 2016 ist er Vorsitzender des DGB in Frankfurt und Geschäftsführer der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main. Er lebt mit seiner Familie in Wiesbaden. fahe.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Heunemann, Falk
Falk Heunemann
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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