Frankfurter Flughafen

So viel Luftfracht umgeschlagen wie noch nie

Von Jochen Remmert
17.01.2022
, 11:18
Der Cargo-Umschlag am Frankfurter Flughafen wächst weiterhin deutlich.
Mit zuletzt 25 Millionen Passagieren im Jahr ist der Frankfurter Flughafen noch weit von alten Höhen entfernt. Doch lieferte die Frachtfliegerei im abgelaufenen Jahr trotz Corona historische Rekorde.
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Durch die Reiseerleichterungen nach dem dritten Corona-Lockdown hat der Frankfurter Flughafen im Jahresverlauf 2021 den erhofften Anstieg der Fluggastzahlen verzeichnet, die neuen Virusvarianten bremsten die weitere Erholung jedoch wieder. Mit 24,8 Millionen Fluggästen zählte der Flughafenbetreiber Fraport AG in Frankfurt 32,2 Prozent mehr Fluggäste als im Jahr 2020, als die Passagierzahlen durch die Pandemie dramatisch eingebrochen waren, zeitweise um rund 90 Prozent. Verglichen mit dem letzten Vorkrisenjahr 2019, bedeutet das allerdings immer noch ein um 64,8 Prozent schwächeres Fluggastaufkommen auf Deutschlands größtem Flughafen. Seinerzeit waren dort mehr als 70 Millionen Fluggäste gezählt worden.

Die gelockerten Reisevorschriften vom Frühjahr vergangenen Jahres führten vor allem dazu, dass sich die Nachfrage nach den touristischen Zielen innerhalb Europas erholte. Im Herbst legte dann auch wieder die Nachfrage im für den Frankfurter Flughafen besonders wichtigen interkontinentalen Verkehr zu. Die neue Virus-Variante dämpfte von Herbst an diesen positiven Trend allerdings wieder, weshalb das Gesamtjahr nicht die rasche und deutliche Erholung des Luftverkehrs zeigte, die man sich aufgrund der positiven seit dem Frühjahr erhofft hatte.

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„Zwar haben sich die Passagierzahlen über das Jahr sukzessive weiter erholt und im Zeitraum von April bis Dezember im Vergleich mit 2020 sogar verdreifacht, doch sind wir noch weit vom Vorkrisenniveau von 2019 entfernt“, resümierte am Montag der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Stefan Schulte.

Cargo auf Rekordhoch

Im Gegensatz zum Passagiergeschäft lieferte die Frachtfliegerei im abgelaufenen Jahr sogar historische Rekorde: Mit einem Plus von 18,7 Prozent auf rund 2,32 Millionen Tonnen notierte der Frankfurter Flughafen den höchsten Frachtumschlag in einem Jahr seit seinem Bestehen. Das Cargo-Aufkommen lag sogar um 8,9 Prozent über dem Aufkommen im sehr guten Vorkrisenjahr 2019.

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Bemerkenswert daran ist, dass dieser Rekord erreicht wurde, obwohl nach wie vor die Fracht-Kapazitäten jener Passagiermaschinen nicht verfügbar gewesen ist, die die Airlines mangels Nachfrage auf Parkplätzen abgestellt haben. In der Zeit vor Corona entfielen rund 50 Prozent der angebotenen Frachtkapazität auf Passagierflugzeuge, die andere Hälfte wurde mit reinen Frachtmaschinen geflogen.

Alles in allem notierte der Frankfurter Flughafen 2021 mit knapp 262.000 Starts und Landungen eine Steigerung der Flugbewegungen im Vergleich zu 2020 um 23,4 Prozent. Verglichen mit dem Vorkrisenjahr 2019 war das allerdings nur etwas mehr als die Hälfte des damaligen Aufkommens.

Obwohl im Dezember die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus wieder anstieg und neue Reiserestriktionen die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante verhindern sollten, legte die Nachfrage zu – der interkontinentale Verkehr und Flugreisen im Zusammenhang mit Weihnachten. Die seit Mai anhaltenden Erholung setzte sich fort. Allerdings blieben die Fluggastzahlen auch der Dezember 2021 im Vergleich zum letzten Dezember vor Corona, nämlich dem von 2019, um 44,2 Prozent zurück.

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Uneinheitliche Reisevorschriften wegen Corona

Für das neue Jahr erwartet Fraport-Vorstandschef Schulte vom Frühjahr an eine „deutlich anziehende Nachfrage“. Allerdings wagte er am Montag wegen der nach wie vor „sehr dynamischen“ Entwicklung der Pandemie keine konkrete Prognose für das Gesamtjahr. Derzeit sei nicht zu sagen, wie sich die Pandemie in den nächsten Monaten entwickeln werde. Außer Frage steht für Schulte allerdings, dass die „vielfach leider uneinheitlichen Reiserestriktionen“ der gesamten Luftfahrtbranche in diesem Jahr weiter belasten wird.

Auch die Auslandsflughäfen, an denen die Fraport AG in unterschiedlicher Weise beteiligt sind, mussten vergangenes Jahr im Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 weiter einen teils erheblichen Passagierrückgang hinnehmen. Gegenüber dem von massiven Verkehrseinbrüchen gekennzeichneten Jahr 2020 gab es laut Fraport im abgelaufenen Jahr aber wieder an allen Auslandsstandorten außer in Xi’an in China Zuwächse in unterschiedlicher Höhe. Besonders die touristisch geprägten Standorte wie Antalya in der Türkei und die 14 griechischen Regionalflughäfen konnten von der Reiselust im Sommer profitieren.

Quelle: FAZ.NET
Jochen Remmert - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jochen Remmert
Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.
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