FAZ plus ArtikelWaren auf die Gleise

Autozug für Lastwagen soll Klima schützen

Von Simon Rösel
20.07.2021
, 08:28
Kein Kran mehr nötig: Gründer Roman Noack setzt auf eine Technologie aus Schweden.
Durch schnelles Umladen mehr Güter auf die Schiene bringen – das ist das Ziel des Bahn-Managers Roman Noack. Dafür hat er den Konzern verlassen und ein Start-up gegründet.

Er musste auf ein anderes Gleis setzen: 16 Jahre war Roman Noack Angestellter der Deutschen Bahn gewesen, zuletzt als Senior Vice President bei DB Cargo, dem Unternehmen für Schienengüterverkehr innerhalb der Bahn AG. Doch ein Problem konnte er im Konzern trotz dessen Größe nicht lösen: Wie lässt sich der Anteil der Schiene am europaweiten Güterverkehr erhöhen?

Um die ehrgeizigen deutschen und europäischen Klimaziele zu erreichen – die Kohlendioxidemissionen sollen bis 2045 um 100 Prozent sinken –, ist auch eine Umstellung des Frachttransports nötig. Denn der Transport per Bahn produziert nur ein Fünftel des Kohlendioxidausstoßes vom Transport auf der Straße. Doch von aller Fracht in Deutschland werden 71 Prozent auf der Straße und 19 Prozent auf der Schiene befördert, der kleine Rest verteilt sich auf Öl- und Gasleitungen sowie Binnenschiffe. Dabei ist es seit Jahren das politische Ziel, den Schienenanteil zu erhöhen und den der Straße zu verringern. Aber: „Es fehlt ein Durchbruch für die Schiene“, sagt Noack.

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29 Prozent mehr Frachtverkehr

Trotz der Corona-Krise sind im vergangenen Jahr in Deutschland erheblich mehr Güter befördert worden als vor zehn oder auch zwanzig Jahren. Die Zahl der sogenannten Tonnenkilometer sei im Jahr 2020 immer noch 29 Prozent höher gewesen als 2000 – und damit mehr als in allen Jahren bis 2015, hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Dagegen war der Personenbeförderungsverkehr 2020 so gering wie seit 20 Jahren nicht. Der bisherige Beförderungsrekord für Fracht war 2018 erzielt worden, mit einem Plus von 36 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Für Tonnenkilometer wird die Gütermenge mit der zurückgelegten Entfernung multipliziert. Der Frachtverkehr hat hauptsächlich auf der Straße zugenommen. Zwar kam der Verkehrsträger Schiene im Vorkrisenjahr 2019 auf 129 Milliarden Tonnenkilometer, das waren 46 Milliarden oder 57 Prozent mehr als im Jahr 2000. Zugleich aber ist die Zahl der Tonnenkilometer auf der Straße um 150 Milliarden auf fast 500 Milliarden angestiegen. Dabei hat nicht nur die Menge der Fracht zugenommen, sie wird auch über immer größere Distanzen transportiert. fahe.

Quelle: F.A.Z.
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