Geothermieprojekt in Walldorf

Frankfurter Flughafen will Erdwärme anzapfen

Von Maximilian Weingartner
27.10.2009
, 16:21
Immer mehr Kommunen und Unternehmen nutzen Geothermie - hier ein Kraftwerk in Landau/Pfalz
Die am Frankfurter Flughafen benötigte Energie soll künftig zum Teil aus Erdwärme und Biogas gewonnen werden. Zu diesem Zweck hat Flughafenbetreiber Fraport mit Partnern aus der Industrie ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Die Landesregierung spendet Beifall.
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Die Fraport AG plant gemeinsam mit anderen Unternehmen den Bau eines Geothermie-Kraftwerks in Walldorf und damit Investitionen in Millionenhöhe. Durch die Anlagen könnten große Mengen an Kohlendioxid-Ausstoß vermieden und Arbeitsplätze geschaffen werden, wie es hieß. Da der Oberrheingraben als besonders geeignet für die Geothermie-Technologie gilt, soll das Projekt einen Leuchturmcharakter für die Region haben.

Der Flughafenbetreiber, die RWE Innogy AG und die Daldrup & Söhne AG haben mit der Unterschrift unter eine Absichtserklärung den Startschuss für das Projekt gegeben. „Die hessische Landesregierung begrüßt dies ausdrücklich“ sagte Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU). Sie sieht darin ein Modell für weitere Gasthermie-Projekte im Rheingraben. Der Chef von RWE Innogy, Fritz Vahrenholt, zeigte sich optimistisch, dass „zahlreiche Regionen im Rhein-Main-Gebiet“ dem Beispiel folgen.

Bohrungen in bis zu 2000 Meter Tiefe

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Bis es so weit ist, stehen noch zahlreiche Untersuchungen an. Auf den 100 Quadratkilometern rund um Walldorf sollen in den nächsten Monaten seismische Untersuchungen Aufschluss über das geothermische Potential geben. Sollten diese Untersuchungen positiv ausfallen, würden im nächsten Schritt Bohrungen in bis zu 2000 Meter Tiefe vorgenommen, um den richtigen Standort für das Kraftwerk zu finden. Die Chancen für den Erfolg des Projektes seien sehr gut, sagte Josef Daldrup, Chef des Unternehmens, das bohren wird. Der Oberrheingraben biete durch seinen geologischen Aufbau mit außergewöhnlich hohen Temperaturen gute Voraussetzungen für die geothermische Strom- und Wärmeerzeugung.

Geplant ist mindestens ein Hybridkraftwerk, welches auf der Basis von Erdwärme mit Biogas Strom und Wärme erzeugt. Diese Kombination ermögliche eine besonders effiziente Stromerzeugung. „Der Wirkungsgrad eines herkömmlichen Geothermiekraftwerks könnte um 10 bis 15 Prozent verbessert werden“, sagt Vahrenholt. Das benötigte Biogas erzeugt RWE in Sachsen-Anhalt.

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40 Millionen Euro an Kosten

Baubeginn des Kraftwerks in Walldorf könnte 2011 sein, die Bauzeit soll zwei Jahre betragen. Die Kosten des gemeinschaftlichen Projektes sollen sich auf 40 Millionen Euro belaufen. Während des Baus des Kraftwerks würden bis zu 50 Arbeitsplätze entstehen. Außerdem möchte das Gemeinschaftsunternehmen auch noch den regionalen Energieversorger Mainova AG mit an Bord holen, wie Fraport-Chef Stefan Schulte sagte. Die Gespräche über eine Zusammenarbeit seien bisher gut verlaufen. Fest stehe aber noch nichts.

Quelle: FAZ.NET
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