Kampf gegen Corona

Stoßlüftung besser als Luftfilter

Von Daniel Schleidt
Aktualisiert am 24.11.2020
 - 06:21
Um das zehn- bis achtzigfache wirksamer: Forscher der TH Mittelhessen haben festgestellt, dass regelmäßiges Lüften effektiver vor der Ausbreitung von Viren schützt als Luftfilteranlagen.

Regelmäßiges Lüften ist eine wirksamere Maßnahme gegen Virusbelastung in geschlossenen Räumen als der Einsatz von Luftfiltergeräten. Zu diesem Ergebnis kamen nun Wissenschaftler der Technischen Hochschule Mittelhessen.

In einer Untersuchung an der Wiesbadener Leibnizschule kamen Hans-Martin Seipp und Thomas Steffens zu dem Ergebnis, dass die Stoßlüftung aller Fenster über drei Minuten bei Außentemperaturen zwischen sieben und elf Grad die Aerosol-Konzentration um bis zu 99,8 Prozent zu reduzieren vermochte.

Auch René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, hatte sich im Interview mit der F.A.Z. für das Lüften ausgesprochen, er sieht aber nicht die Aerosole als Gefahr, sondern eine Ansteckung durch Tröpfcheninfektion.

Damit erwies sich diese Maßnahme um das zehn- bis achtzigfache wirksamer als ein zuvor dokumentierter Einsatz einer maschinellen Luftfilterung, teilte die Hochschule mit. Kritisch bewertete Steffens, der sich auch mit Arbeits- und Immissionsschutz befasst, auch die Lärmbelastung, die von den Luftfiltergeräten ausgeht. Darunter leide die Sprachverständlichkeit im Unterricht, die Grenzwerte überschritten die gültigen Grenzen erheblich.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schleidt, Daniel
Daniel Schleidt
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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