Mittelständler Ceotronics

Kampf gegen Terroristen und kriminelle Clans als Kurstreiber

Von Thorsten Winter
Aktualisiert am 03.12.2019
 - 07:52
Kopfsache: Thomas Günther, Vorstandschef von Ceotronics aus Rödermark, steht vor einer Auswahl von Headsets des Mittelständlers.
Der Mittelständler Ceotronics beliefert Sicherheitskräfte in Deutschland und dem Ausland mit besonderen Headsets. Das Unternehmen profitiert vom Kampf gegen den Terrorismus. Die Aktie haussiert.

Als Zulieferer besonderer Headsets hat sich die Ceotronics AG bei Sicherheitsbehörden wie Betreibern von Flughäfen einen Namen gemacht. Schließlich entwickelt der Mittelständler aus Rödermark nahe Offenbach speziell für solche Kunden seine Produkte. Die jüngsten Vertreter dieser Art tragen kryptische Namen wie „CT-Multi PTT 3C“ und richten sich an Polizei- und Militäreinheiten. Und das mit Erfolg: In diesem Jahr haben die Hessen Großaufträge des Bundes und der hessischen Polizei gewonnen. In Summe machen beide Aufträge mehrere Millionen Euro aus. Ein hoher Wert für eine Firma mit einem Jahresumsatz von knapp 17 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018/19.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres legte der Mittelständler weiter zu. Das gilt sowohl für den Umsatz als auch für den Auftragsbestand. Der Erfolg schlägt auch an der Börse durch: Die Ceotronics-Aktie hat gerade die Marke von drei Euro erreicht und bewegt sich auf Zehn-Jahreshoch. Sie ist zwei Drittel mehr wert als zu Beginn dieses Jahres.

Umsatzsprung im ersten Halbjahr

Nach vorläufigen Zahlen hat die gut 140 Mitarbeiter zählende Firma 10,8 Millionen Euro umgesetzt, fast 44 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Auftragsbestand sei „im Vergleich zum extrem hohen Vorjahreswert“ um gut sechs Prozent auf 23,2 Millionen Euro geklettert.

„Die Bedrohung durch den Terrorismus und die organisierte Kriminalität hält weiter an. Demzufolge müssen die staatlichen Sicherheits- und Ordnungskräfte auch in Bezug auf die personenbezogene technische Ausstattung nachrüsten, um die innere und äußere Sicherheit zu stärken“, heißt es in der Mitteilung aus Rödermark. Die Firma hatte nach Einschätzung ihres Vorstands Thomas Günther „das richtige Produkt-Portfolio zur richtigen Zeit“. Die Produkte seiner Firma werden auch gegen kriminelle Clans eingesetzt, wie er der F.A.Z. sagte.

„Sehr positiv“ gestimmt

Wie Günther weiter ausführt, löse der Staat den „über Jahrzehnte aufgebauten“ Investitionsstau auf. Aber auch die Investitionen, die neue Herausforderungen an die Sicherheitsbehörden nötig machten, „werden uns noch Jahre beschäftigen“. Deshalb schätzt Ceotronics seine Aussichten sehr positiv ein. Was das für Jahresumsatz und Gewinn heißt, will das Unternehmen aber erst Ende Januar mitteilen. Dann sollen die endgültigen Halbjahreszahlen vorliegen.

Mit einem Marktwert von 18,6 Millionen Euro gehört Ceotronics nach wie vor zu den kleinsten Werten mit operativem Geschäft an der Börse. Angesichts dessen lassen Analysten die Firma links liegen. Ergebnisschätzungen und ein daraus errechnetes Kurs-Gewinn-Verhältnis als klassische Kennziffer zur Bewertung der Aktie liegen nicht vor. Doch mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,1 ist die Aktie sicherlich nicht teuer. Für eine gute Kursentwicklung wird aber entscheidend sein, dass das Umsatzwachstum mit nachhaltig schwarzen Zahlen und steigenden Ergebnissen einher geht. Schließlich gelten Gewinne doch als Haupttriebkraft für Aktienkurs.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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