<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Mainzer Volksbank

Kundengespräche auf allen Kanälen

Von Markus Schug
 - 10:12

Wenn nahezu alle wichtigen Kennzahlen einer Bank positiv sind und lediglich der Verwaltungsaufwand mit einem Minus ein Prozent rückläufig ist, haben die Verantwortlichen nicht viel falsch gemacht. So gesehen, war es zwar auch, aber nicht allein das erstmalige Überschreiten der Sechs-Milliarden-Euro-Marke bei der Bilanzsumme, das Uwe Abel als Vorsitzenden des Vorstandes der Mainzer Volksbank gestern zufrieden wirken ließ.

Es sei trotz Negativzinsen und Regulatorik ein gutes Jahr gewesen, „in dem wir durch die richtigen Entscheidungen und eine besonnene Strategie ein bemerkenswertes Wachstum erreichen konnten“, lautete sein Fazit bei der Präsentation des Geschäftsberichts 2017. Und in dem man die Bilanzsumme eben um 6,1 Prozent respektive 353 Millionen auf 6,18 Milliarden Euro habe steigern können. Ein Wert, der in der Geschichte der vor 156 Jahren gegründeten Genossenschaftsbank noch nie erreicht worden sei. Weil am Ende unter dem Strich ein Bilanzgewinn von 10,3 Millionen Euro übrig blieb, will man der Vertreterversammlung abermals eine Dividende von 3,25 Prozent vorschlagen, worüber sich die gut 114 000 Mitglieder freuen dürften.

Kreditgeschäft auf Höchststand

Sogar beim Personal hat die größte Volksbank des Landes Rheinland-Pfalz, die in Mainz und Rheinhessen an 78 Standorten mit Filialen oder Selbstbedienungsstellen vertreten ist und 966 Beschäftigte hat, zugelegt: Auch, wenn es im Vergleich zum Vorjahr insgesamt gesehen, „nur“ ein Mitarbeiter mehr geworden ist. Die Strategie, in personell und technisch gut ausgestatteten Regionalzentren gebündelt umfassende Beratung zu Themen wie Baufinanzierung, Kredite und Anlagen anzubieten, ist aus Sicht der Volksbank aufgegangen.

Gleichzeitig nutzten immer mehr Kunden die verschiedenen Möglichkeiten, online, per App, per Telefon oder in Selbstbedienungsfilialen weitgehend selbständig das Tagesgeschäft rund ums eigene Konto zu managen. Mit einem Plus von 5,5 Prozent sind die Kundeneinlagen 2017 über die Marke von fünf Milliarden Euro gestiegen. Dank der regen Bautätigkeit und den Investitionen von Unternehmen kletterte auch das Kreditgeschäft um 5,5 Prozent auf den Höchststand von mehr als 4,7 Milliarden Euro.

Rund 270 000 Kunden in der Region

„Wir reden immerhin über das dritte Jahr in Folge mit Negativzinsen für Banken“, machte Abel bei der Zusammenkunft im Bank-Gebäude am Balthasar-Maler-Platz deutlich. So gesehen, hätten einzelne Ergebnisse durchaus „beunruhigender“ ausfallen können. Die derzeit rund 270 000 Kunden in der Region sollen weiterhin von Negativzinsen verschont bleiben. Wobei Abel noch keine „Trendwende“ und kein Ende der Niedrigzinspolitik zu erkennen vermag. Allenfalls eine „leichte und moderate Entspannung“ sei denkbar. Entsprechend vorsichtig sind die Pläne des führenden Mainzer Geldinstituts für die nächsten Monate. Von möglichen Fusionen und größeren Umbauprojekten war gestern nicht viel zu hören. Vorrangig will man sich in nächster Zeit um Verbesserungen bei digitalen Angeboten kümmern, um auch in Zukunft vorne mitzuspielen.

So wird in einem Pilotprojekt schon seit Mai 2017 auf dem Universitätscampus in Mainz ein „Visual Vest“ genanntes Beratungsterminal erprobt. An einer Infosäule, die vor der Zentralmensa steht, können sich Interessierte über Geldanlagemöglichkeiten informieren. Nach einem kurzen Frage-und-Antwort-Spiel wählt letztlich ein Algorithmus aus vorgefertigten Portfolios die womöglich „passenden Anlagevarianten“ für den Online-Kunden aus.

Quelle: F.A.Z.
Markus Schug
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenMainz