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70 Millionen Passagiere

Neuer Fluggastrekord am Frankfurter Flughafen

Von Thorsten Winter
 - 07:41
Auftrieb: 2019 fertigte der Frankfurter Flughafen so viele Passagiere ab wie nie zuvor. Besonders Fernreisen bleiben sehr populär, der Klimadebatte zum Trotz.

Flugscham? Verbreitete zumal? Davon hat der Betreiber des Frankfurter Flughafens im vergangenen Jahr nicht wirklich etwas gemerkt. Flugscham – also das sich dafür Schämen, trotz des Klimawandels in ein Flugzeug zu steigen – mag auf Demonstrationen von „Fridays For Future“ ein großes Thema sein und auch in Diskussionsrunden. Die Wirklichkeit sieht aber noch anders aus: Die Fraport AG konnte im vergangenen Jahr mehr als 70,5 Millionen Passagiere am Heimatflughafen am Main willkommen heißen. Das waren 1,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Fraport bestätigte damit vorläufige Zahlen aus dem Dezember.

Und nicht nur das: Erstmals fertigten die Mitarbeiter an Ort und Stelle überhaupt mehr als 70 Millionen Fluggäste ab. Das verwundert nicht. Denn in mehreren Monaten, etwa im September und im Oktober, hatte Fraport ebenfalls Bestwerte verzeichnet. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres kletterten die Fluggastzahlen im Vergleich mit 2018 um drei Prozent. Allerdings flacht das Wachstum merklich ab.

Die Zahlen von Fraport kommen an der Börse nicht so gut an. Die Aktie fällt um mehr als zwei Prozent. Binnen Jahresfrist liegt sie mit 14 Prozent im Plus, hinkt aber dem Mittelwerteindex MDax hinterher, in dem sie gelistet ist.

Interkontinentalverkehr gefragt

In der zweiten Jahreshälfte verzeichnete Fraport nach eigenen Angaben nur noch ein Plus von 0,2 Prozent. „In den Monaten November und Dezember waren die Passagierzahlen erstmals seit November 2016 rückläufig“, heißt es in einer Mitteilung. Die vergleichsweise schwächere Entwicklung der Passagierzahlen im Gesamtjahr gehe besonders auf die Inlands- und Europaverkehre zurück; hier gab es ein Minus von 3,4 Prozent und eine Plus von 1,2 Prozent, das hinter dem Wachstum des ersten Halbjahres zurück blieb. „Der Interkontinentalverkehr hingegen legte um 3,4 Prozent zu“, erläutert Fraport. Anders gesagt: Fernreisen bleiben sehr populär, der Klimadebatte zum Trotz.

Fraport-Chef Stefan Schulte verweist auf den etwas ausgedünnten Winterflugplan, der auch auf Insolvenzen einiger Fluglinien zurückzuführen ist. „Nach einer langen und außergewöhnlich starken Wachstumsphase – in den vergangenen drei Jahren haben wir fast 10 Millionen Passagiere hinzugewonnen – spüren wir derzeit, dass sich die Luftfahrtbranche in einer Phase der Konsolidierung befindet“, wird Schulte zitiert. Die konjunkturellen sowie geopolitischen Unsicherheiten seien weiter gestiegen, und einseitige nationale Vorhaben wie die Erhöhung der Luftverkehrssteuer belasteten die deutsche Luftfahrtbranche im Jahr 2020 zusätzlich.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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