Schutz für Arbeiter verstärkt

Opel bereitet Wiederaufnahme der Insignia-Produktion vor

Von Thorsten Winter
30.03.2020
, 12:58
Der Autobauer Opel findet eine Anschlusslösung für die Kurzarbeit in Rüsselsheim. Dessen ungeachtet bereitet er sich darauf vor, die ausgesetzte Produktion im Stammwerk wieder hochzufahren.

Seit Oktober lässt der Rüsselsheimer Autobauer Opel in seinem Stammwerk kurzarbeiten. Ursprünglich war die Kurzarbeit nur bis Ende März geplant. Doch angesichts der Folgen der Corona-Krise für den Bau und Verkauf von Autos verlängert die deutsche Tochtergesellschaft der Peugeot-Mutter PSA nun diese Phase. Zudem werden auch viele Beschäftigte in der Entwicklung und Verwaltung weniger arbeiten als gewohnt. Gleichzeitig bereitet sich Opel aber auf die Wiederaufnahme der Mitte März ausgesetzten Fertigung seines als Flaggschiff apostrophierten Mittelklassemodells Insignia im Werk in Südhessen vor.

Wie ein Sprecher der F.A.Z. weiter sagte, könnte die Produktion mit Blick im Grunde umgehend beginnen. Jedenfalls seien die für den Bau des Fahrzeugs notwendigen Teile vorhanden. Allerdings muss der Autobauer noch Vorarbeiten leisten, bevor die Fertigung wieder beginnen kann: „Das Werk Rüsselsheim implementiert das Protokoll für verstärkte Schutzmaßnahmen, um die Bedingungen für eine schrittweise und sichere Wiederaufnahme der Aktivitäten zu ermöglichen.“

Kurzarbeit zunächst für sechs Monate

Mitte März hatte PSA den Produktionsstopp mit Unterbrechungen in der Zulieferkette und ein deutlicher Rückgang verkaufter Fahrzeuge begründet. Schon im Februar hatte Opel in Deutschland ein Fünftel weniger Autos verkauft. Auch andere Autobauer setzten in Europa die Fertigung aus. Die behördlichen Vorgaben bremsten den Verkauf weiter, heißt es nun in Rüsselsheim. In der Folge seien neben der Fertigung auch andere Abteilungen im Unternehmen weniger ausgelastet. Deshalb weitet Opel die Kurzarbeit in Rüsselsheim über das Stammwerk hinaus aus.

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Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, gilt die Kurzarbeit fortan aber nicht mehr nur in Südhessen. Auch in den Schwesterwerken Eisenach und Kaiserslautern wird Opel kurzarbeiten lassen. Management und Konzernbetriebsrat haben dies vereinbart, wie der Sprecher erläuterte. Und: „Die Kurzarbeit ist zunächst vorsorglich für ein halbes Jahr vereinbart worden. Wir hoffen jedoch sehr, diese früher beenden zu können.“ Opel sei der Bundesregierung sehr dankbar für die kurzfristig ermöglichten Hilfen.

Wie die Groupe PSA mitgeteilt hat, sieht sie eine Reihe von Schutzvorschriften vor, „die über die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden hinausgehen“. Nach einem sogenannten Gesundheitsprotokoll, nach dem nun auch in Rüsselsheim zu handeln ist, müssen Mitarbeiter ihre Körpertemperatur regelmäßig messen. Auch müssen sie Gesichtsmasken erhalten und zwar täglich neue. Zudem müssen im Werk wie in anderen Abteilungen von den Mitarbeitern einzuhaltende Mindestabstände markiert werden. Werkzeuge und Arbeitsflächen sind regelmäßig zu reinigen und zwischen den Schichten bestimmte Zeitabstände zu beachten, wie PSA ausführt.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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