Ärger um Indiskretionen

Opel-Mitarbeiter sollen nicht mit der Presse reden

Von Thorsten Winter
14.10.2021
, 10:56
Dauerstreitfall: Opel-Entwicklungszentrum
Geschäftsleitung und Betriebsrat von Opel rufen die Belegschaft dazu auf, Streitfälle nicht an Journalisten durchzustechen. Anlass sind bekanntgewordene Drohungen mit Jobverlagerungen nach Marokko.
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Das kommt im Hause Opel in Rüsselsheim auch nicht alle Tage vor: Geschäftsleitung und Betriebsrat rufen in einer gemeinsamen Erklärung die Belegschaft zur Zurückhaltung im Umgang mit Informationen aus dem Unternehmen in der Öffentlichkeit auf. Anlass sind Aussagen aus der Belegschaft und aus der IG Metall im Betriebsrat, nach denen Beschäftigten im Entwicklungszentrum ein Arbeitsplatzwechsel nahegelegt worden sei. Unter Verweis auf Kosten sei mit einer Verlagerung der Aufgaben nach Marokko gedroht worden. Dort baue der Stellantis-Konzern, zu dem Opel seit der Fusion von PSA und Fiat-Chrysler seit Jahresbeginn gehört, gerade Entwicklerstellen auf, erfuhr die F.A.Z. zudem.

Opel stehe vor einer „Reihe von Herausforderungen“, heißt es in der von Personalchef Ralph Wangemann und dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats, Uwe Baum, unterzeichneten Erklärung. In solchen Zeiten sei es „nicht ungewöhnlich, dass es unterschiedliche Positionen zwischen den Sozialpartnern gibt“. Diese Meinungsverschiedenheiten gelte es, „im Sinne eines guten sozialen Dialogs auszutauschen und zu verhandeln – und zwar intern“.

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Ziel der Gespräche sollten immer gute, gemeinsame Lösungen sein. Und: „Hierfür ist es wichtig, dass die unterschiedlichen Positionen mit den Beschäftigten geteilt werden, ohne dass dies in der Öffentlichkeit landet. Das Bekanntwerden interner Mitteilungen binnen Minuten in der Presse diene diesem Ziel nicht. Baum und Wangemann bitten die Belegschaft „eindringlich, keine internen Kommunikationen von Geschäftsleitung und Betriebsrat mit der Öffentlichkeit zu teilen“.

Opel war vor knapp zwei Jahren einen Teil des Entwicklungszentrums an den strategischen Partner und Dienstleister Segula Automotive verkauft, ebenso die Teststrecke in Rodgau-Dudenhofen. Seinerzeit gingen gut 700 Beschäftigte an den Dienstleister über. Segula stellte dann rasch zusätzliche Leute ein, baut aber mittlerweile Dutzende Arbeitsplätze ab. Begründung: zu wenig Arbeit für die Belegschaft.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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