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Ein Quantum Rechnen

Von Falk Heunemann
12.05.2022
, 11:44
In etwa so: Das Vorführmodell Quantencomputers im Maßstab 1:1 aus dem Jahr 2020 steht in einer Vitrine im Zukunftsmuseum in Nürnberg
Mit ihrem Start-up Quantagonia wollen drei Gründer, unter diesen eine Ex-Vorständin der Bahn, Superrechner alltagstauglich machen.
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Man müsse sich nur mal einen Sturm vorstellen, sagt Dirk Zechiel: Viele Züge sind verspätet oder ausgefallen, die komplette Dienstplanung, wann welcher Zug eintrifft und welches Personal wo genau für ihn zur Verfügung steht – alles dahin. Das müsse nun ein Computer neu berechnen, in Echtzeit, sagt Zechiel, Experte für Künstliche Intelligenz (KI). „Doch so schnell kann das nur ein Quantencomputer.“ Jene Superrechner, die nicht mehr elektrisch, sondern quantenmechanisch, also quasi auf atomarer Ebene, rechnen. Sie existieren bisher nur an Hochschulen und in der Theorie. Aber Zechiel und seine Mitgründer Sabina Jeschke und Sebastian Pokutta wollen sie für Unternehmen alltagstauglich machen: Ihr Start-up Quantagonia mit Sitz in Bad Homburg arbeitet an einer Art Übersetzungssoftware, mit der herkömmliche Technik die neue verstehen soll.

Dass Zechiel ein Beispiel aus dem Bahnalltag gewählt hat, liegt nahe. Seine Mitgründerin Jeschke war vier Jahre lang Digitalvorständin bei der Deutschen Bahn. Vor einem Jahr hat sie ihren Vertrag beim Konzern vorzeitig aufgelöst und Quantagonia mitgegründet. „Ich bin ein technikfaszinierter Mensch“, sagt sie. Ihre früheren Mathematikkollegen hätten bereits vor Jahren deutlich gemacht, dass Quantencomputing vor einem Durchbruch stehe. Mit ihrem Start-up konzentrieren sich Jeschke, der KI-Unternehmer Zechiel und der Wissenschaftler Pokutta, Vizepräsident des Zuse-Instituts in Berlin, auf die Software, die nötig ist, die neue Technik mit der etablierten zu verbinden. Unternehmen könnten ja nicht mal eben sämtliche Anlagen und Prozesse austauschen, erklärt Jeschke.

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Quelle: F.A.Z
Autorenporträt / Heunemann, Falk
Falk Heunemann
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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