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BKA soll nächstes Wirecard stoppen

Von Carsten Knop
20.10.2020
, 11:41
Wirtschaftsprüfer: Beim BKA in Wiesbaden könnten bald Fachleute gesucht werden. Bild: Michael Kretzer
Wirtschaftsprüfer haben im Skandal um den Münchener Finanzdienstleister Wirecard schlecht ausgesehen. Jetzt unterbreitet ihr ein Interessenverband Vorschläge, die Institutionen in der Rhein-Main-Region erheblich stärken würden.
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Die Rhein-Main-Region könnte zum Gewinner des Wirecard-Skandals werden. Denn um eine Wiederholung zu vermeiden, wäre es aus der Sicht deutscher Wirtschaftsprüfer sinnvoll, sowohl das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) als auch die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Frankfurt mit weiteren Zuständigkeiten auszustatten und personell aufzustocken. Das Bundeskriminalamt hat seinen Hauptsitz in Wiesbaden, die Bafin müsste entsprechende Abteilungen vermutlich in Frankfurt erweitern, ähnlich wäre es bei der Staatsanwaltschaft. Das würde Wirklichkeit, wenn neue Vorschläge des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) umgesetzt würden, die der F.A.Z exklusiv vorliegen. Denn so will die Interessenvertretung der Wirtschaftsprüfer in Deutschland auf den Wirecard-Skandal reagieren.

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„Schwere Wirtschaftsdelikte wie Bilanzfälschung und Bilanzmanipulation bei Unternehmen von öffentlichem Interesse können insbesondere bei anzunehmender organisierter Kriminalität eine unmittelbare Gefährdung des Kapitalmarktes und damit eine mittelbare Gefährdung des gesamten Wirtschafts- und Finanzstandortes Deutschland darstellen“, sagt Klaus-Peter Naumann, der Vorstandssprecher des IDW. Es erscheine daher „angemessen und sachdienlich, die Strafverfolgung von Bilanzbetrug bei solchen Unternehmen im Bereich organisierter Kriminalität bei den Behörden des Bundes zu zentrieren“, so Naumann. Um einen sicheren Informationsfluss zur zügigen Aufnahme von Ermittlungen zu gewährleisten, sollten die Mitteilungspflichten des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Abschlussprüfung dementsprechend angepasst werden, schlägt das IDW vor.

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Finanzaufsicht zwischen Frankfurt und Bonn

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, hat ihren Hauptsitz sowohl in Bonn als auch in Frankfurt, dort ist sie in der Marie-Curie-Straße im Mertonviertel vertreten. Von den insgesamt 2720 Beschäftigten sitzen rund 820 in Frankfurt. Dabei handelt es sich um zwei von insgesamt fünf Geschäftsbereichen, zum einen die „Wertpapieraufsicht/Asset Management“, die von Elisabeth Roegele geleitet wird, und zum anderen das Segment „Abwicklung“ unter der Leitung von Thorsten Pötzsch. Im Geschäftsbereich „Wertpapieraufsicht/Asset Management“ sind unter anderem die Abteilungen für Grundsatz, Transparenz und Ordnungswidrigkeitenverfahren, für Marktüberwachung und Marktinfrastruktur, für Verbraucherschutz und die Investmentaufsicht angesiedelt. Im Geschäftsbereich „Abwicklung“ geht es vor allem um Banken, die abgewickelt werden müssen; seit dem 1. Januar 2018 ist die Bafin die nationale Abwicklungsbehörde in Deutschland, zuvor hatte von 2015 bis 2017 die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung mit Sitz in Frankfurt die Funktion der nationalen Abwicklungsbehörde inne. Die Wertpapieraufsicht lag vor der Gründung der Bafin am 1. Mai 2002 beim Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel, das 1995 gegründet wurde und von Beginn an in Frankfurt war. 2002 wurde das Amt mit dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen und dem für das Versicherungswesen, die beide zuvor in Berlin saßen, zur neu errichteten Bafin als Allfinanzaufsicht verschmolzen. Die beiden Berliner Behörden zogen nach Bonn, die Frankfurter Behörde blieb in Frankfurt. Der Präsident der Bafin, Felix Hufeld, sitzt ebenfalls in Bonn. (ddt.)

Quelle: F.A.Z.
Carsten Knop
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