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Sanofi-Vorstand Oelrich

„Wir setzen weiter auf das Werk Höchst“

Von Thorsten Winter
 - 18:00

Das Geschäft mit Diabetes-Mitteln aus Höchst schwächelt. Nun hat auch ein Hoffnungsträger, das noch das recht neue Langzeitinsulin Toujeo, zuletzt an Umsatz eingebüßt. Von den erhofften Milliardenerlösen ist er weit entfernt. Wie ist es dann zu verstehen, dass Konzernchef Brandicourt „gute Fortschritte“ mit dem Mittel sieht?

Das vierte Quartal des vergangenen Jahres ist für Toujeo atypisch gewesen. Der Umsatzrückgang erklärt sich aus Einmal-Effekten im Vergleichsquartal 2016 bei den Preisen in Amerika. Dort gab es seinerzeit gewisse Rückstellungen, die beide Schlussquartale nur schwer vergleichbar machen.

Wie sieht es mit den im Industriepark Höchst herstellten Mengen dieses Langzeitinsulins aus?

Wir verzeichnen ein robustes Mengenwachstum bei Toujeo. In Amerika beläuft es sich im Quartal auf 15 Prozent. In Europa beträgt es sogar mehr als 50 Prozent, das Gleiche gilt für Länder in Asien.

Ist das etwas, das den Mitarbeitern von Sanofi in Höchst frischen Mut geben kann nach dem Ende 2017 beschlossenen Abbau von 320 Stellen?

Wir setzen weiter auf unser Werk in Frankfurt. Das wird sich nicht ändern in der nahen Zukunft. Wie gesagt bleibt unser Mengenwachstum positiv. Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht ab und an den Gürtel enger schnallen müssten, denn nur mit Mengen alleine reicht es nicht. Aber die Kapazitäten dort sind gut ausgelastet und wir haben ja auch in eine moderne Anlage für die Produktion investiert. Das gibt uns Spielraum bei den Kapazitäten. Dass wir zu dem Standort Höchst stehen, daran ändert sich nichts.

Sie beziehen das auf die nahe Zukunft, aber gilt das ebenso mittel- und langfristig?

Wir werden Preisdruck haben, aber weil es immer mehr Zuckerkranke gibt, werden die herzustellenden Mengen an Diabetes-Mitteln in der Zukunft weiter steigen.

Die International Diabetes Federation prognostiziert für 2040 weltweit mehr als 600 Millionen Diabetiker, derzeit sollen es 425 Millionen sein. Woher kommt dann der Preisdruck, wenn die Nachfrage steigt?

Die Zahl der Diabetiker nimmt derzeit vor allem in Schwellenländern zu, die den westlichen Lebensstil übernehmen und in der Folge auch die entsprechenden Krankheiten bekommen. In Amerika steigt die Zahl ebenfalls, aber nicht so stark. Dort stehen die Preise wegen eines erhöhten Wettbewerbs unter Druck, denn sie werden vom Markt bestimmt und anders als etwa in Deutschland nicht regulatorisch. Das wird so bleiben, weil wir mehr Wettbewerber dort bekommen werden.

Lohnt sich der Verkauf von Diabetes-Mitteln in Schwellenländern finanziell?

Wir haben heute ein Preisniveau, das es uns erlaubt, dort wettbewerbsfähig zu sein. Auch hierbei hilft uns der Standort Frankfurt. In Höchst können wir zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren – und daran werden wir weiter arbeiten.

Quelle: F.A.Z.
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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