Nach Wechsel zu Dienstleister

Segula-Beschäftigte wollen wieder für Opel arbeiten

Von Thorsten Winter
22.09.2020
, 12:17
Der Opel-Partner Segula will nach einem unerwartet deutlichen Stellenaufbau nun zahlreiche Arbeitsplätze abbauen. Derweil klagt eine Reihe von Mitarbeitern auf eine Rückkehr zu der Marke mit dem Blitz.

Vor nicht einmal einem Jahr sind rund 700 ehemalige Mitarbeiter von Opel in Rüsselsheim zum Dienstleister Segula gewechselt, nun wollen etwa 30 von ihnen wieder zu dem Autobauer zurück. Dies folgt jedenfalls aus Klagen vor dem Arbeitsgericht Darmstadt. Wie der Direktor des Arbeitsgerichts der F.A.Z. bestätigte, sind im September 28 Klagen mit dem entsprechenden Anliegen eingegangen. Opel hatte Teile seines Entwicklungszentrums in Rüsselsheim an Segula verkauft.

Mitte August hatte Segula-Geschäftsführer Martin Lange überraschend per Video-Botschaft auf Youtube mitgeteilt, dem strategischen Opel-Partner mangele es an Arbeit für etwa 300 Beschäftigte. Die seit April laufende Kurzarbeit werde nicht ausreichen, um diesen Mangel auszugleichen.

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Deshalb wolle Segula eine Reihe von Stellen abbauen. Das geht aber nicht so einfach, denn die Beschäftigten genießen einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis August 2023. Ende vergangenen Jahres hatte Segula noch mehr Neueinstellungen als zuvor geplant angekündigt – und laut Lange auch 150 Kollegen eingestellt.

Betriebsübergang nicht widersprochen

Die rund 30 Kläger haben dem von Opel angekündigten Betriebsübergang nicht widersprochen. Anders als knapp zwei Dutzend Kolleginnen und Kollegen, die dann die Kündigung bekamen. 17 von ihnen haben sich wiederum vor dem Arbeitsgericht Darmstadt erfolgreich gegen die Kündigung gewehrt. Die Fälle sind nun beim Landesarbeitsgericht anhängig, vor dem Opel in Berufung gegangen ist.

Schon im November war eine Klage in Darmstadt auf Weiterbeschäftigung bei Opel eingegangen. Sie sei damit begründet worden, dass gar kein Betriebsübergang vorgelegen habe, weil keine übergangsfähige betriebliche Einheit bestanden habe. Zweitens sei die Versetzung zu Segula unwirksam, da der Opel-Betriebsrat zuvor nicht ordnungsgemäß beteiligt worden sei.

Diese Klage wurde abgewiesen, wie es heißt. Ein weiteres Verfahren dieser Art ging demnach Anfang 2020 in der Kammer 9 ein; es ruht derzeit. Die Verhandlung der 28 Klagen ist für den 5. November terminiert.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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