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Frankfurter Flughafen

Rekord mit Sorgen

EIN KOMMENTAR Von Manfred Köhler
 - 20:07
Mehr als 70 Millionen Passagiere zählte der Frankfurter Flughafen im Jahr 2019.

Die Jubelmeldung der Fraport AG, wonach am Frankfurter Flughafen erstmals in einem Jahr mehr als 70 Millionen Passagiere gezählt wurden, darf die gegenwärtigen Schwierigkeiten des größten Wirtschaftsmotors der Rhein-Main-Region nicht überdecken. Man sieht das schon, wenn man die Zahl des Jahres 2018 daneben hält: Der Anstieg im laufenden Jahr beträgt gerade einmal eine halbe Million. Der Flughafen leidet unter eigenen Schwierigkeiten bei den Passagierkontrollen, er leidet unter einem leicht ausgedünnten Winterflugplan, und er leidet an den nicht enden wollenden Auseinandersetzungen der Lufthansa mit ihrem Personal, die nun abermals zu einem Streik führen.

Trotzdem ist zwischen kurz- und langfristigen Entwicklungen zu unterscheiden. In nur vier Jahren hat der Flughafen zehn Millionen Passagiere hinzugewonnen. Fraport selbst hat darauf hingewiesen, dass es zuvor nicht weniger als elf Jahre gedauert hatte, um von 50 auf 60 Millionen Passagiere zu kommen.

Die Wachstumsgeschichte des Frankfurter Flughafens, der gern als größte Arbeitsstätte Deutschlands bezeichnet wird, ist intakt. Das unterscheidet ihn von dem anderen großen Cluster, von dem Frankfurts Wohlstand abhängig ist, dem Finanzplatz, an dem die Sorgen kein Ende nehmen. Staus, weil der Andrang der Kundschaft so groß ist: In den Großbanken würden sie auflachen, wäre nur das hinzukriegen.

Die Kapazitäten sind nicht ausgereizt

Gerade wegen der Schwierigkeiten des Finanzplatzes ist es für die Mainmetropole und ihr Umland wichtig, dass wenigstens der Flughafen als Jobmotor gut läuft. Vorerst gibt es noch keinen Grund, daran zu zweifeln, die Kapazitäten sind nicht ausgereizt, sie werden durch das im Bau befindliche Terminal 3 sogar noch einmal – ein letztes Mal – erweitert.

Die zentrale Herausforderung wird in den nächsten Jahren darin liegen, den Flugverkehr umweltverträglicher zu machen, denn seine Bedeutung wird im Zuge des Zusammenwachsens der Kontinente und der anhaltenden Wohlstandsgewinne dank der Globalisierung weiter zunehmen. Die Manager von Fraport selbst können dies nur begrenzt über Start- und Landeentgelte steuern. Die Last liegt hier bei den Flugzeugbauern und den Fluggesellschaften.

Es geschieht zwar nicht nichts – die Lufthansa erneuert ihre Frachtflotte, Easyjet will die Klimafolgen seiner Flüge ausgleichen –, aber ein Durchbruch ist in dieser Sache noch keineswegs erzielt. Im Rhein-Main-Gebiet, wo die Bürger zwar unter dem Fluglärm leiden, aber doch auch in beträchtlichem Maße von einem florierenden Flughafen profitieren, lässt sich nur hoffen, dass es bei der Suche nach besseren Antrieben rasch zu Lösungen kommt, die dem Luftverkehr eine sichere Zukunft bescheren.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Köhler, Manfred
Manfred Köhler
Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.
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