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Fangglas gegen Fruchtfliegen

Für einen Sommer ohne Drosophila

Von Petra Kirchhoff
 - 05:32
Sommergast: gemeine Fruchtfliege im Anflugzur Bildergalerie

Sie tun nichts, aber sie stören. Eine kleine Faulstelle am Pfirsich, ein übrig gebliebenes Schlückchen in der Rotweinflasche – schon sieht man sie schwirren – und ahnt, dass die kleinen Biester insgeheim schlimme Dinge machen: Sex! Damit die Weibchen anschließend Hunderte von Eiern in faulendes, gärendes Obstfleisch legen, aus denen anschließend Hunderte von neuen Fliegen schlüpfen.

Mögen Wissenschaftler an der Drosophila melanogaster, wie die zwei bis vier Millimeter braun bis gelb gefärbten Insekten im korrekten Latein heißen, auch ihre helle Forscher-Freude haben – die Fliegen eignen sich, das wissen die meisten noch aus dem Biologieunterricht, bestens für genetische Untersuchungen –, wir mögen sie einfach nicht. Was ist zu tun?

Unsichtbar für das menschliche Auge

Beim Einkaufen immer darauf achten, die Parasiten im Geschäft zu lassen, das heißt Pfirsiche und Tomaten ohne Druckstellen kaufen – auch wenn das keine Garantie ist. Der Kunde kauft die Katze leider im Sack. Oft sind die Eier schon gelegt, unsichtbar für das menschliche Auge. Und dann geht es zuhause los. Je öfter man den Müll rausbringt, um so besser. Bioabfälle im Idealfall gleich entsorgen, dann sind die Fliegen in der Tonne.

Hilft auch das nicht, muss man wohl oder übel zur Waffe greifen, etwa eine kleine Schale mit Essig oder Saft füllen, einer Flüssigkeit, die leicht gärt. Das macht die Fliegen kirre. Ein paar Tröpfchen Geschirrspülmittel dazu, dann ist Schluss mit lustig, die Fliegen kommen nicht mehr hoch, sie ertrinken. Zweifelsohne: ein Tötungsdelikt.

Daran lässt sich auch nichts durch formschöne Fanggläser schönen, wie sie der Edelausstatter Manufactum, mundgeblasen aus Tübingen (19,90 Euro), verkauft. Als Lockstoff wird Rotwein oder Essig empfohlen. Dieser veranlasse die Fliegen, die Falle durch die unterseitige Einflugöffnung zu betreten und „berauscht den Weg alles Irdischen zu gehen“, heißt es im Werbetext. Klingt nach keinem so schlechten Tod. Kann man ja mal ein Glas kaufen. Es sieht super aus, weckt aber, einmal mit Essig gefüllt und neben die Obstschale gestellt, niedere, voyeuristische Instinkte. Man legt sich auf die Lauer. So viel sei verraten: Es klappt. Aber nicht bei allen.

Quelle: F.A.Z.
Petra Kirchhoff - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Petra Kirchhoff
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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