FAZ plus ArtikelTegut-Chef Thomas Gutberlet

„Auch bei Bioware geht es um den Preis“

Von Manfred Köhler
08.10.2020
, 14:16
Tegut hat sich früh einen Namen mit Bioprodukten gemacht. Thomas Gutberlet, Chef der in Rhein-Main wachsenden Handelskette, über die Kundschaft, die Massentierhaltung und seine Expansionspläne.

Wie kommt Tegut durch die Krise?

Wir sind sicherlich nicht so schlecht dran wie viele andere Branchen. Wir haben keine Umsatzeinbußen, im Gegenteil: In der Zeit, als alle Vorräte angelegt haben, hatten wir sogar Zuwächse. Zu Beginn der Corona-Krise waren wir verunsichert, wir wussten nicht, wie gefährlich es für unser Personal ist, Kunden zu bedienen, an der Kasse zu kassieren, aber in diesem Punkt sind wir heute auf einem anderen Wissensstand. Unseren Beschäftigten ist hoch anzurechnen, dass sie gesagt haben, wir ziehen das jetzt durch, wir schauen, dass die Kunden versorgt werden.

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Das Unternehmen und der Unternehmer

Tegut wurde 1947 von Theo Gutberlet in Fulda gegründet, „Märkte: 2, Mitarbeiter: 2“ weist die Unternehmenschronik für diese Zeit aus. Den heutigen Namen, der aus Buchstaben des Vor- und Nachnamens des Gründers zusammengesetzt ist, bekam die Supermarktkette 1955. 2013 wurde das Unternehmen an die schweizerische Migros verkauft, wird aber weiterhin von der Zentrale in Fulda aus gesteuert. Heute betreibt Tegut 280 Lebensmittelmärkte, künftig auch wieder einen im Frankfurter Flughafen, der Mietvertrag wurde gerade unterschrieben.

Mit Thomas Gutberlet steht die dritte Generation der Gründerfamilie an der Spitze der Handelskette Tegut. Der 1969 geborene Manager arbeitete bei der Drogeriemarktkette dm und dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé, bevor er 1998 in das Familienunternehmen eintrat, zunächst mit der Zuständigkeit für Marketing, später für die Finanzen und das Sortiment. Den Chefposten übernahm er 2009 von seinem Vater Wolfgang Gutberlet, seitdem hat er die ökologische Ausrichtung des Unternehmens vorangetrieben. Ohne Kassierer Ein Supermarkt ohne Personal? Tegut testet das derzeit mit seinen eigenen Mitarbeitern als Kunden auf dem Parkplatz der Zentrale in Fulda. 40 Quadratmeter groß ist der Laden, zu dem man sich mit dem Smartphone Zugang verschaffen kann. Zahlen muss der Kunde an Selbstbedienungsterminals, wie man sie schon in gewöhnlichen Supermärkten findet. Tegut denkt bei den unbesetzten Märkten gar nicht einmal zuerst an den ländlichen Raum, wo sich herkömmliche Läden bisweilen nicht mehr lohnen, sondern an städtische „Zwischenräume“, wie es heißt – wenn jemand auf dem Weg von der Wohnung zum Sport oder nach der Ankunft an einem Bahnhof auf die Schnelle etwas kaufen wolle. Der erste Markt dieser Art soll noch in diesem Jahr in Fulda eröffnet werden. mak.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Köhler, Manfred
Manfred Köhler
Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.
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