FAZ plus ArtikelDjokovic und Kimmich

Woher kommt die Wut gegen ungeimpfte Sportstars?

Von Michael Horeni, Berlin
18.01.2022
, 10:30
Die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste: Novak Djokovic
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Die Fälle Djokovic und Kimmich zeigen: Niemand steht in der Pandemie so sehr im Fokus wie ungeimpfte Sportstars. Für ihre Haltung bekommen sie den Furor einer erdrückenden Mehrheit zu spüren – bis zur Ausgrenzung.
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Nun hat es der Sport amtlich: Seine Stars können eine Gefahr für das öffentliche Wohl sein. Und zwar dann, wenn seine Vorbilder sich nicht so verhalten, wie es die Regierung fordert und es eine Mehrheit der Bevölkerung verlangt. Der Anwalt der australischen Regierung erklärte Novak Djokovic am vergangenen Sonntag in letztinstanzlicher Verhandlung vor drei Bundesrichtern zu einem Risiko für die Gesundheit der Australier. Allein durch seine Anwesenheit werde der Bevölkerung dessen Anti-Impfhaltung vor Augen geführt. Eine für die Regierung unerträgliche Vorstellung.

Wenn nicht die Obrigkeit das Drehbuch zu diesem Drama geschrieben hätte, sondern Henrik Ibsen, müsste man über den Namen des neuen Titels, den Djokovic zu seiner erzwungenen Ausreise nach mehrtägiger Abschiebehaft aus Australien in seine serbische Heimat mitnimmt, nicht lange suchen: Ein Volksfeind. Ein Drama, das in der Sportgeschichte seinesgleichen sucht. Eines, das sich der Eindeutigkeit entzieht, bei dem die Grenzen verwischen. Zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Lüge.

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Michael Horeni - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Horeni
Fußballkorrespondent Europa in Berlin.
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