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FAZ plus ArtikelFormel-1-Kommentar

Briatores Wahrheit

EIN KOMMENTAR Von Anno Hecker
 - 19:26
Voller Lob für den einstigen Weltmeister – oder doch nicht? Flavio Briatore (Mitte) neben Fernando Alsonso (Mitte, rechts) in Abu Dhabi.

Respekt. Selten gab es in der Formel 1 so viel gegenseitiges Lob. Sebastian Vettel sprach am Sonntag auf der Zielgeraden der Rennstrecke in Abu Dhabi vom würdigen Weltmeister. Lewis Hamilton bedankte sich beim Sportsmann aus Deutschland für den Zweikampf des Jahres, der immerhin bis zum Spätsommer einer war. Sie tauschten sogar ihre Helme im stillen Kämmerlein, wenn auch vor laufender Kamera. Harmonie bestimmte das gesamte Wochenende. Gäbe es nicht Max Verstappen und seine überzeugte Haltung zur Handgreiflichkeit als Fortsetzung misslungener Straßenduelle, das Finale von Abu Dhabi müsste als „Respekts-Wochenende“ der Formel 1 in die Geschichte des Motorsports eingehen. Denn der gesamte Tross, Vettel und Hamilton inbegriffen, trennte sich in Wort und Ton so rührselig von Fernando Alonso, als gelte es, einen Busenfreund auf Nimmerwiedersehen zu verabschieden. Da blieb kaum ein Auge tränenleer.

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Denn Alonso, das stimmt wirklich, ist nach wie vor einer der besten Piloten. Dazu muss nicht mal dessen Ziehvater Flavio Briatore bemüht werden. Weil der ehemalige Teammanager zum letzten Rennen der Saison wieder auftauchte aus den Tiefen seines unergründlichen Daseins, soll er, quasi zum Finale, doch das Allerletzte sagen dürfen: „Fernando wäre mit Ferrari Weltmeister geworden.“ Das war zwar das höchste Lob, das ein Pilot erfahren kann, der Adelsschlag. Aber Briatore wollte mit diesem Satz etwas ganz anderes sagen: Vettel hat es versaut! Den greifbaren fünften WM-Sieg, einen Zweikampf bis zum Finale mit Happy End für die Scuderia. Kurz gesprungen: Hättet ihr Deppen in Rot mal Fernando engagiert.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hecker, Anno
Anno Hecker
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