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Deutsche Einzelkritik

Gewinnerin Gwinn, Pechvogel Marozsan

Von Daniel Meuren, Rennes
 - 09:30
Enttäuschung nach dem WM-Aus: die deutschen Fußball-Nationalspielerinnen Lina Magull (links) und Giulia Gwinn

Almuth Schult: Die 29 Jahre alte Torhüterin vom VfL Wolfsburg bewies als einzige Deutsche die Zugehörigkeit zur Weltklasse. Trotz einer Masernerkrankung in der Vorbereitung und einer Schulterverletzung kurz vor der WM. Schult gab ihrem Team Sicherheit, bis es der Schwedin Sofia Jakobsson im Viertelfinale gelang, sie nach 382 Minuten ohne Gegentor erstmals zu bezwingen. Auch außerhalb des Platzes eine Führungsspielerin.

Frauenfussball-WM 2019

Giulia Gwinn: Das 19 Jahre alte Talent ist die WM-Gewinnerin im deutschen Team. Erzielte das erste WM-Tor, stand sämtliche 450 Minuten auf dem Feld und erlebte einen Popularitätszuwachs. Brachte auf dem Feld stabile Leistungen auf verschiedenen Positionen. Gwinn, die nach der WM vom SC Freiburg zu Bayern München wechselt, dürfte eine der Spielerinnen der Generation Voss-Tecklenburg werden.

Marina Hegering: Ihre Leistung als Abwehrchefin darf man nicht alleine darauf reduzieren, dass sie maßgeblich am entscheidenden Gegentreffer des Turniers im Viertelfinale gegen Schweden beteiligt war. Die 29 Jahre alte, nach sechs Jahren Verletzungspause zur späten Nationalspielerin avancierte Abwehrspielerin stand ihre Frau, taktische Defizite aufgrund zu geringer Erfahrung auf allerhöchstem Niveau waren aber nicht zu übersehen. Sammelte bei der WM sämtliche möglichen 450 Minuten an Spielerfahrung.

Sara Doorsoun: Die zweite Innenverteidigerin im deutschen Team erlebte einen rabenschwarzen Start ins Turnier mit einer desolaten ersten Halbzeit im Auftaktspiel gegen China. Danach mit deutlich weniger Fehlpässen und dank ihrer Schnelligkeit häufig Retterin in höchster Not. Gegen Schweden aber auch in einigen Situationen unsicher. Ihre Qualitäten in der Spieleröffnung sind ausbaufähig. Stand alle Spielminuten auf dem Platz.

Carolin Simon: Die Position der Linksverteidigerin blieb stets eine Problemstelle im deutschen Team, obwohl Trainerin Voss-Tecklenburg den Luxus besaß, gleich zwei Spezialistinnen mit starkem linkem Fuß zu haben. Simon zeigte jedoch weder in der Defensive ihre gewohnte Übersicht, noch in der Offensive ihre Schuss- und Flankenqualitäten. Musste im Viertelfinale zu allem Überfluss verletzt vom Platz.

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WM-Aus gegen Schweden
„Der deutsche Frauenfußball muss jetzt hart arbeiten“

Verena Schweers: Die 30 Jahre alte Spielerin von Bayern München überzeugte nach ihrer ersten Einwechslung gegen China noch mit Athletik und Zweikampfstärke. Im späteren Turnierverlauf aber mit Ungenauigkeiten im Passspiel und bei Flanken. Bei ihr könnte das Ende der Nationalteamkarriere bevorstehen.

Kathrin Hendrich: Die Außenverteidigerin von Bayern München ist eine der Verliererinnen der WM im deutschen Kader. Verlor vor der WM ihren Stammplatz an Gwinn. Ein wackliger Auftritt gegen Spanien zeigte der 27-Jährigen ihre derzeitigen Grenzen auf.

Leonie Maier: Als sich Simon im Viertelfinale kurz vor der Pause verletzte, wurde Leonie Maier eingewechselt. Sie traf keine Schuld am Ausscheiden. Aber die 26 Jahre alte Rechtsverteidigerin, die nach einem unglücklichen Jahr bei Bayern München zu Arsenal London wechselt, konnte auch keine offensive Akzente setzen.

Sara Däbritz: Die Mittelfeldspielerin, die nach der WM von München zu Paris wechselt, begann die WM im zentralen defensiven Mittelfeld, musste aber immer wieder auf die linke Außenbahn ausweichen. Erzielte drei Tore und war damit die erfolgreichste deutsche Torschützin. Bewies auch Qualitäten als Vorbereiterin. Im Bereich ihrer Möglichkeiten, jedoch ohne Sprung in die internationale Spitzenklasse.

Melanie Leupolz: Die Spielerin von Bayern München kam in nur drei von fünf Spielen und nur 208 von möglichen 450 Minuten zum Einsatz, obwohl sie vor der WM von der Bundestrainerin als eine Stütze bezeichnet worden war. Die Fehler, die möglicherweise zu ihrer Degradierung geführt haben, waren nicht offensichtlich und wurden von Voss-Tecklenburg nicht offen kommuniziert.

Lena Oberdorf: Das 17 Jahre alte Talent von der SGS Essen startete furios auf der WM-Bühne. Ist in der Lage, alle zentralen Positionen im Fußball spielen zu können. Im Viertelfinale gegen Schweden mit der größten Ausgleichschance bei einem Kopfball kurz vor Abpfiff. Hat eine große Zukunft vor sich.

Lena Goeßling: Für die Spielerin mit den meisten Länderspielen im deutschen Team verlief die WM enttäuschend. Stand lediglich gegen Spanien 80 Minuten auf dem Platz und bereitete das Siegtor vor, saß danach aber nur noch auf der Bank. Dürfte wohl auch wegen des Nichterreichens der Olympischen Spiele nach 106 Länderspielen über eine Ende der Karriere im Nationalteam nachdenken.

Svenja Huth: In allen Spielen in der Startformation, aber als zweite Spitze oder auf der rechten Außenbahn erstaunlich wirkungslos. Die 28-Jährige, die von Turbine Potsdam nach Wolfsburg wechselt, mühte sich, der Ertrag war aber zu gering. Ohne Torgefahr.

Lina Magull: Die Offensivspielerin von Bayern München setzte sich mehr in Szene als erwartet. Eine Gewinnerin der WM, weil sie auf höchstem Niveau bewies, dass ihr unkonventioneller, trickreicher Stil mit Dribblings und ungewöhnlichen Aktionen erfolgreich sein kann.

Linda Dallmann: Im Viertelfinale gegen Schweden plötzlich in der Startelf, nachdem sie zuvor nur 30 Minuten gegen Südafrika zum Einsatz gekommen war. Fand keine Bindung zum Spiel und musste zur Pause wieder raus. Ein unglückliches Turnier der Offensivspielerin aus Essen.

Alexandra Popp: Die Spielführerin startete mit Problemen ins Turnier, steigerte sich dann aber nach ihrem ersten Tor gegen Südafrika. Im Viertelfinale gegen Schweden aus taktischen Erwägungen zurück ins defensive Mittelfeld beordert. Danach fehlte ihre Durchschlagskraft in vorderster Front. Nahm ihre Rolle als Kapitänin an: Jubelte mit den Ersatzspielerinnen, im Training motiviert, rackerte sämtliche 450 WM-Minuten auf dem Platz. Und stand auch nach der Niederlage Rede und Antwort.

Lea Schüller: Die 21 Jahre alte Stürmerin von der SGS Essen hat Potenzial, für das höchste Niveau muss sie aber noch Erfahrung sammeln und an Ernsthaftigkeit zulegen. Ein Wechsel zu einem Spitzenklub scheint unausweichlich. Ihre Geschwindigkeit von 31,3 km/h ist der Spitzenwert im deutschen Team.

Klara Bühl: Ein erfrischender Start einer aussichtsreichen Fußballkarriere. Gegen Spanien eingewechselt, prompt mit zwei herausragenden Aktionen. Kann eine gute Stürmerin werden, was für Deutschland dringend nötig wäre.

Dzsenifer Marozsan: Der Pechvogel im deutschen Team. Ausgerechnet nach der wohl besten Spielzeit ihrer Karriere mit herausragenden Leistungen im Starensemble von Olympique Lyon verletzte sich die Mittelfeldspielerin bereits nach zwölf Minuten im Auftaktspiel gegen China. Stellte sich im Viertelfinale aber tapfer als Einwechselspielerin zur Verfügung, konnte dem Spiel jedoch auch nicht mehr zur Wende verhelfen.

Laura Benkarth, Merle Frohms, Johanna Elsig und Turid Knaak kamen bei der WM nicht zum Einsatz.

Quelle: FAZ.NET
Daniel  Meuren - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Daniel Meuren
Sportredakteur.
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