Überraschung bei French Open

Kohlschreiber wie ein alter Wein

Von Pirmin Clossé
03.06.2021
, 18:43
Philipp Kohlschreiber steht in Paris in der dritten Runde.
Nach Alexander Zverev ziehen drei weitere Deutsche bei den French Open in die dritte Runde ein. Philipp Kohlschreiber gelingt eine Überraschung. Auch Dominik Koepfer und Jan-Lennard Struff gewinnen.
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Über Philipp Kohlschreiber sagte Boris Becker einmal: „Er ist wie ein guter Wein. Mit zunehmendem Alter wird er immer besser.“ Rund zwei Jahre ist das her, und weil Kohlschreiber inzwischen nur noch die Nummer 132 der Weltrangliste ist, stimmte die Aussage auf dem Papier nur bedingt.

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Dass der Augsburger Tennisprofi allerdings auch im fortgeschrittenen Sportler-Alter von 37 Jahren noch zu außergewöhnlichen Leistungen imstande ist, beweist er gerade bei den French Open. Nach dem Auftaktsieg gegen den gleichaltrigen Spanier Fernando Verdasco bezwang Kohlschreiber auch den Russen Aslan Karazew überraschend 6:3, 7:6 (7:4), 4:6, 6:1.

Karazew hatte bei den Australian Open als Qualifikant sensationell das Halbfinale erreicht und auch danach mit guten Leistungen geglänzt. Durch den Sieg gegen den großen Aufsteiger der Saison überstand Kohlschreiber nun erstmals seit sieben Jahren wieder die zweite Runde im Stade Roland Garros.

Ebenfalls eine Runde weiter ist Dominik Koepfer. Der frühere College-Spieler bezwang Taylor Fritz aus den USA mit 6:3, 6:2, 3:6, 6:4. Nun wartet auf Koepfer ein Duell mit Roger Federer (Schweiz), der am Nachmittag den Kroaten Marin Cilic mit 6:2, 2:6, 7:6 (7:4), 6:2 besiegte.

Im zweiten Satz seines Matches wurde Federer vom Schiedsrichter ermahnt, weil er offenbar zu spät zum Return bereitstand. Daraus entwickelte sich ein Wortgefecht. „Glauben Sie, dass ich langsam bin? Ich habe ihnen zugehört, jetzt hören Sie mir zu“, sagte Federer unter anderem und kriegte sich minutenlang nicht ein.

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Kohlschreiber bekommt es mit dem an Nummer zehn gesetzten Diego Schwartzman aus Argentinien zu tun. Mit Topspieler Alexander Zverev stehen damit drei Deutsche in Paris in Runde drei. Am Donnerstagabend hatte darauf zudem noch Jan-Lennard Struff die Chance im Duell mit dem Argentinier Facundo Bagnis.

Jan-Lennard Struff erreichte schließlich als vierter deutscher Tennisspieler die dritte Runde. Der 31 Jahre alte Warsteiner gewann gegen den Argentinier Facundo Bagnis mit 7:5, 7:6 (7:1), 6:4. Struff nutzte nach 2:18 Stunden seinen zweiten Matchball. Er trifft jetzt auf das 18 Jahre alte spanische Toptalent Carlos Alcaraz.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Clossé, Pirmin
Pirmin Clossé
Sportredakteur.
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