French Open

Struff trumpft in Paris auf – Petkovic verliert auch

01.06.2021
, 22:11
Nach knapp vier Stunden ist es soweit: Jan-Lennard Struff besiegt die Nummer sieben der Welt.
Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber schaffen bei den French Open den Sprung in die nächste Runde. Damit haben vier deutsche Herren ihre Auftaktspiele gewonnen. Die deutschen Damen sind dagegen alle ausgeschieden.
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Andrea Petkovic hat das schlechteste Abschneiden der deutschen Tennis-Damen bei den French Open seit mehr als 60 Jahren besiegelt. Die 33 Jahre alte Darmstädterin unterlag am Dienstag in Paris der an Nummer 18 gesetzten Tschechin Karolina Muchova trotz ordentlicher Leistung mit 6:1, 3:6, 4:6 und schied damit als letzte Deutsche in der Damen-Konkurrenz aus. Zuvor hatten bereits Angelique Kerber und Laura Siegemund ihre Auftaktspiele verloren. Damit steht beim Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros erstmals seit 1958 keine deutsche Spielerin in der zweiten Runde.

„Natürlich ist das schade. Einerseits ist es eine Momentaufnahme, andererseits ist unsere Generation auch einfach älter geworden“, sagte Petkovic. „Das Gute ist, dass wir jetzt viele Turniere in Deutschland haben, die der nächsten Generation die Chance geben, sich zu zeigen und Anschluss zu halten.“ Im Sommer stehen Turniere in Berlin, Bad Homburg und nach Wimbledon auch in Hamburg an.

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Vier Herren in Runde zwei

Bei den deutschen Herren sieht es dagegen deutlich besser aus. Nach Alexander Zverev und Dominik Koepfer schafften auch Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber den Sprung in die zweite Runde. Struff hatte auch lange nach seinem überraschenden Erstrunden-Sieg gegen den Russen Andrej Rubljow noch eine Gänsehaut. „Die Stimmung war einfach geil. Dafür spielen wir Tennis“, sagte der 31 Jahre alte Warsteiner nach seinem Coup.

Trotz der Corona-Lage dürfen in diesem Jahr bei den French Open in der ersten Woche pro Tag rund 5000 Zuschauer auf die Anlage im Stade Roland Garros. Einige Hundert davon hatten den Weg zu Court 14 gefunden und sorgten nach der monatelangen Corona-Tristesse endlich einmal wieder für Party-Stimmung. „Es hat riesig Spaß gemacht“, sagte Struff nach seinem hart umkämpften 6:3, 7:6 (8:6), 4:6, 3:6, 6:4 gegen den Weltranglisten-Siebten. Es war Struffs erster Sieg bei einem Grand Slam gegen einen Top-Ten-Spieler.

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Zverev mit Titelchancen

Endlich einmal wieder einen Grund zu feiern hatte auch Kohlschreiber. Der Routinier siegte im Oldie-Duell gegen den Spanier Fernando Verdasco mit 7:6 (7:3), 6:2, 2:6, 6:4 und gewann damit erstmals seit Februar 2020 wieder ein Spiel auf der ATP-Tour. „Das fühlt sich unheimlich gut an. Es ist schön, dass man heute Abend einmal nicht im Hotelzimmer sitzt und grübelt, warum man verloren hat“, sagte der Augsburger, der es jetzt mit dem starken Russen Aslan Karazew zu tun bekommt.

Zverev spielt an diesem Mittwoch um 11.00 Uhr (Eurosport) gegen den russischen Qualifikanten Roman Safiullin. Nach dem Ausscheiden von Mitfavorit Dominic Thiem hat Zverev in seiner Turnierhälfte gute Chancen, weit zu kommen. Zum Auftakt tat sich der gebürtige Hamburger gegen den Kölner Oscar Otte aber schwer und musste über fünf Sätze gehen.

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Jan-Lennard Struff bezwingt Geheimfavorit

Struff verwandelte nach 3:46 hochklassigen Stunden seinen zweiten Matchball. Im Kampf um den Einzug in die dritte Runde bekommt es der Davis-Cup-Profi jetzt am Donnerstag mit dem Argentinier Facundo Bagnis zu tun. „Ich bin sehr happy, dass ich gewonnen habe. Ich wusste, dass ich meine Chance kriege, aber dass ich wirklich gewinne, macht mich einfach nur glücklich“, sagte Struff.

Die deutsche Nummer zwei zeigte von Beginn an eine beeindruckende Vorstellung. Struff bestimmte zwei Sätze lang das Geschehen und brachte den favorisierten Rubljow immer wieder zur Verzweiflung. Der Russe, für viele Experten einer der Geheimfavoriten, steigerte sich danach aber und schaffte den Satzausgleich. Das Momentum lag nun klar aufseiten von Rubljow, der sein Sandplatz-Können zuletzt mit der Final-Teilnahme in Monte-Carlo gezeigt hatte.

Doch Struff ließ sich nicht beirren und schaffte zum 2:1 im fünften Satz das entscheidende Break. Mit einem starken Aufschlagwinner machte er die Überraschung perfekt und ließ sich danach von den Zuschauern feiern. „Der Sieg bedeutet mir sehr viel“, sagte Struff.

Auch Kohlschreiber genoss es, endlich mal wieder vor Zuschauern zu spielen. Gegen den ebenfalls 37 Jahre alten Verdasco leistete sich der Bayer nur im dritten Satz einen kleiner Durchhänger, kämpfte sich am Ende aber durch. Die langjährige deutsche Nummer eins war zuletzt immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden. Dennoch ist ein Karriereende für ihn noch kein Thema.

Petkovic zeigte gegen Muchova zwar eine ihre besten Leistungen in diesem Jahr, belohnte sich am Ende aber nicht für den Aufwand. „Das tut mir unheimlich leid für sie, weil ich weiß, wie hart sie trainiert und wie viel sie investiert“, sagte Barbara Rittner als TV-Expertin bei Eurosport. Nach starkem ersten Satz kippte die Begegnung zugunsten der Favoritin. Petkovic stemmte sich zwar bis zuletzt gegen das Aus, am Ende reichte es aber erneut nicht zu einem Erfolgserlebnis.

Quelle: dpa
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