Aufgabe bei French Open

Der herzzerbrechende Abschied der Ash Barty

03.06.2021
, 15:59
Für Ashleigh Barty sind die French Open frühzeitig beendet.
Nach Naomi Osaka ist auch Ashleigh Barty bei den French Open nicht mehr dabei. Die Nummer eins der Tennis-Welt muss mit einer Verletzung aufgeben. Dafür überrascht der Deutsche Philipp Kohlschreiber.

Nach Naomi Osaka ist bei den French Open in Paris auch die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty nicht mehr dabei. Die 25 Jahre alte Australierin musste in ihrem Zweitrundenspiel am Donnerstag gegen die Polin Magda Linette beim Stand von 1:6, 2:2 wegen einer Verletzung aufgeben. Barty, die das zweite Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison 2019 gewann, musste bereits in ihrer Erstrunden-Partie gegen die Amerikanerin Bernarda Pera an Rücken und Hüfte behandelt werden. Dennoch schaffte sie den Sprung in die zweite Runde.

Gegen Linette wurden die Schmerzen dann aber zu groß. Nach dem ersten Satz verließ Barty noch einmal für eine längere Behandlung den Platz. Doch wenig später ging es endgültig nicht mehr weiter. Damit ist nach Osaka, die am Montagabend zurückgezogen hatte, bereits die zweite Topfavoritin im Stade Roland Garros ausgeschieden.

„Er ist herzzerbrechend“, sagte Barty nach ihrem bitteren Abschied aus Paris. „Es ist etwas Akutes, das über das Wochenende gekommen ist. Wir haben alles versucht, und es war schon ein Wunder, dass ich die erste Runde spielen konnte. Aber heute sind die Schmerzen einfach zu stark geworden“, sagte die Australierin.

Um was für eine Verletzung es sich genau handelt, wollte Barty nicht sagen. Allerdings zeigte sie sich zuversichtlich, dass sie Ende des Monats beim nächsten Grand-Slam-Turnier in Wimbledon wieder fit ist. „Das hoffe ich doch“, sagte Barty.

Der Titelrennen bei den Damen ist nach dem Ausscheiden von Barty und Osaka nun offener denn je. Am Mittwoch hatte sich Serena Williams in drei Sätzen in die dritte Runde gekämpft. Am Donnerstag gewannen die an Nummer vier gesetzte Sofia Kenin aus den USA und die an Nummer fünf gesetzte Elina Switolina aus der Ukraine ihre Partien.

Deutsche Damen können von dem Aus zahlreicher Favoritinnen aber nicht mehr profitieren. Angelique Kerber, Laura Siegemund und Andrea Petkovic schieden in der ersten Runde aus.

Besser sieht es bei den deutschen Männern aus: Nachdem sich Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev bereits am Mittwoch gegen den russischen Qualifikanten Roman Safiullin in drei Sätzen durchgesetzt hatte, feierten am Donnerstag auch Philipp Kohlschreiber und Dominik Koepfer Siege beim Sandplatz-Klassiker in der französischen Hauptstadt.

Routinier Kohlschreiber hob nach seinem überraschenden Sieg gegen den starken Russen Aslan Karazew jubelnd die Arme in die Höhe und ballte dann die Faust. Der 37 Jahre alte Augsburger zeigte beim 6:3, 7:6 (7:4), 4:6, 6:1 eine ganz starke Leistung und überstand damit zum ersten Mal seit sieben Jahren im Stade Roland Garros wieder die zweite Runde.

Kohlschreiber verwandelte gegen Karazew, der zu Beginn des Jahres bei den Australian Open völlig unerwartet das Halbfinale erreicht hatte, nach 2:59 Stunden seinen ersten Matchball. Es ist das erste Mal seit fast genau zwei Jahren, dass Kohlschreiber auf ATP-Niveau zwei Spiele nacheinander gewinnen konnte. Der Bayer bekommt es nun mit dem an Nummer zehn gesetzten Diego Schwartzman aus Argentinien zu tun.

Kohlschreiber, der zuletzt immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde, war gegen Karazew von Beginn an der bessere Spieler. Schon vor der Partie hatte der Bayer gemutmaßt, er könne den Russen mit seinem „Old-School-Spiel ein bisschen nerven“. Und genauso kam es auch. Kohlschreiber leistete sich wenige Fehler und zermürbte seinen Gegner damit.

Nur im dritten Satz leistete er sich einen kleinen Durchhänger und gab den Durchgang ab. Doch im vierten Satz nahm er Karazew schnell zwei Mal den Aufschlag ab und machte den Sieg schließlich perfekt. Wenig später zog auch Koepfer in die dritte Runde ein. Der 27-Jährige zeigte gegen Fritz beim 6:3, 6:2, 3:6, 6:4 eine beeindruckend konstante Leistung. Wie schon in der ersten Runde gegen den Franzosen Mathias Bourgue brachte Koepfer sein druckvolles Spiel durch. Nach dem verwandelten Matchball brüllte der Schwarzwälder seine Freude laut heraus.

Zur Belohnung könnte es für Koepfer nun zu einem ganz besonderen Duell kommen: Rekord-Grand-Slam-Turnier-Sieger Roger Federer könnte auf die deutsche Nummer drei warten, wenn sich der Schweizer am Nachmittag gegen den Kroaten Marin Cilic durchsetzt. Jan-Lennard Struff trifft am späten Nachmittag noch auf den Argentinier Facundo Bagnis und kann das erfolgreiche deutsche Herren-Abschneiden perfekt machen.

Quelle: dpa
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