FAZ plus ArtikelDänemarks Simon Kjær

Der Kapitän als Ersthelfer und Seelsorger

Von Frank Heike
13.06.2021
, 20:33
Simon Kjær nahm Menschlichkeit und Mut zusammen und tat das Richtige, um seinem Freund Christian Eriksen zu helfen. Dass das vielleicht etwas viel auf einmal ist für einen selbst, zeigte sich später.

Simon Kjær tat am Samstagabend instinktiv einige Male das Richtige. Als er sah, dass Christian Eriksen zusammengesackt war, rannte er quer über das Spielfeld im Nationalstadion „Parken“ und winkte zusammen mit Thomas Delaney die Ärzte und Sanitäter herbei. Offenbar war dem dänischen Mannschaftskapitän sofort klar, was passiert war. Er brachte Eriksen in die stabile Seitenlage und schaute nach, ob er seine Zunge verschluckt hatte. Die weiteren lebensrettenden Maßnahmen übernahmen dann Ärzte und Sanitäter.

Kjærs Einsatz war nicht beendet in dieser schicksalsträchtigen 43. Minute. Zusammen mit den Kollegen bildete er einen Kreis um den bewusstlosen Kollegen. Das war wohl als Sichtschutz gedacht, umfasste indes auch eine starke Symbolik: Wir sind bei dir. Einige Mitspieler weinten. Der Schock stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Kjær weilte die meiste Zeit aber nicht mit dem Rücken zu Eriksen an seiner Seite, sondern mit Blickkontakt – als wollte er den Kontakt halten, ihn im Leben halten, auch wenn das noch so viel Kraft kosten würde.

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