Umstrittenes Turnier in Qatar

FIFA ändert WM-Spielplan für „größeres Spektakel“

12.08.2022
, 08:23
Die Eröffnungsfeier und das erste WM-Spiel finden im Al-Bayt-Stadion in Al-Khor statt.
Drei Monate vor Start der umstrittenen Fußball-WM in Qatar stellt der Weltverband auch auf Wunsch des Ausrichters den Spielplan um. Niederlande-Trainer Louis van Gaal ist betroffen – und verwundert.
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Die umstrittene Fußball-Weltmeisterschaft in Qatar wird bereits am 20. November beginnen und damit einen Tag früher als bisher geplant. Dann sind die Eröffnungsfeier und um 19.00 Uhr (17.00 Uhr MEZ) das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Qatar und Ecuador geplant, wie der Weltverband FIFA am Donnerstagabend mitteilte. Diese Entscheidung sei nach einem einstimmigen Beschluss des FIFA-Ratsausschusses getroffen worden.

Zuvor hatten der FIFA-Rat und Konföderationspräsidenten über einen Antrag auch des Gastgebers beraten, der sein Eröffnungsspiel am 20. November als alleiniges Highlight ausrichten will. Nun teilte die FIFA mit, die WM „beginnt mit einem noch größeren Spektakel für die in- und ausländischen Fans, da Gastgeber Qatar exklusiv nun bereits am Sonntag“ spiele.

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Keine Änderung bei DFB-Spielen

Ursprünglich war das Spiel als dritte Partie am 21. November vorgesehen gewesen, die WM sollte mit dem Match zwischen dem Senegal und den Niederlanden am 21. November um 13.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MEZ) beginnen. Die Partie soll nun an diesem Tag um 19.00 Uhr (17.00 Uhr MEZ) angepfiffen werden. Auf die weiteren WM-Partien soll die Änderung keinen Einfluss haben, auch nicht auf die deutschen Gruppenspiele gegen Japan (23. November), Spanien (27. November) und Costa Rica (1. Dezember).

Auch an der offiziellen Abstellungsperiode der Vereine, die am 14. November beginnt, soll sich nichts ändern. Die FIFA erklärte, sie entspreche mit dieser Entscheidung der „bewährten Tradition“, wonach Weltmeisterschaften mit einer Eröffnungsfeier gefolgt von einer Partie mit Beteiligung des Gastgebers oder des Titelverteidigers beginnen. Die Tickets für die Partien sollen demnach ihre Gültigkeit behalten, Probleme damit will die FIFA „von Fall zu Fall“ lösen.

Das Finale der WM ist für den 18. Dezember terminiert, das Turnier dauert damit nun 29 Tage. 2015 hatte die FIFA entschieden, die WM vom Sommer in den Winter zu verlegen. In Qatar herrschen in den traditionellen WM-Monaten Juni und Juli Temperaturen um die 40 Grad. Die WM in Qatar ist aus unterschiedlichsten Gründen umstritten. Das Emirat steht wegen Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit ausländischen Arbeitern stark in der Kritik.

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Die Geschichte der offiziellen Eröffnungsspiele begann erst 1966 – zuvor gab es bei den WM-Endrunden oft zeitgleiche Spiele. Von 1958 bis 1970 eröffnete stets der Gastgeber das Turnier, nach einer Statutenänderung hatte von 1974 bis 2002 der Weltmeister die Ehre, letztmals Frankreich bei der WM in Japan und Südkorea. Deutschland eröffnete die WM 2006 mit dem 4:2 gegen Costa Rica als Gastgeber.

Die kurzfristige Änderung des WM-Zeitplans gut drei Monate vor dem Start des Turniers ist aus Sicht des niederländischen Nationaltrainers Louis van Gaal extrem ungewöhnlich. „Es ist bemerkenswert, dass der Spielplan so kurz vor dem Turnier geändert wird“, sagte der frühere Bayern-Coach. Die Partie der Niederlande gegen den Senegal ist weiterhin für den 21. November geplant, soll nun aber erst sechs Stunden später angepfiffen werden.

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Für sein Team sieht Van Gaal dadurch Vor- und Nachteile. „Für uns ist es von Vorteil, dass es zur neuen Anstoßzeit im Stadion weniger warm sein wird, weil die Sonne dann schon untergegangen ist“, sagte der 71-Jährige. Dagegen sei es ein Nachteil, dass die weiteren niederländischen Gruppengegner Qatar und Ecuador durch die Vorverlegung eine längere Pause hätten.

Für die niederländischen Fans in der Heimat ist die neue Anstoßzeit aus Sicht von Van Gaal sogar ein Vorteil: „Um 17.00 Uhr am Montagnachmittag lässt sich ein Spiel besser anschauen als am Montagmorgen um 11.00 Uhr“, sagte er mit Blick auf die im Winter geltende Zeitverschiebung von zwei Stunden.

Quelle: tora./dpa
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