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Katalonisches Derby in Miami

Tabubruch in „La Liga“

Von Daniel Meuren
 - 12:54
Wiedersehen in Miami: Lionel Messi und der FC Barcelona müssen nach Miami reisen Bild: Picture-Alliance

Spanier sind es mittlerweile gewohnt, dass Derbys in weit entfernten Städten ausgetragen sind. Real und Atlético Madrid haben sich in den vergangenen Jahren zweimal in einem fremden Land gegenüber gestanden. 2014 ging es in Lissabon um den Sieg in der Champions League, in diesem Sommer um den Erfolg im europäischen Supercup. Dafür reisten die Madrider Klubs ins estische Tallinn. Der spanischen Supercup wurde in diesem Sommer erstmals in Marokko ausgetragen.

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Aber im neuen Jahr geschieht nun ein Tabubruch: Am 27. Januar sollen die in Katalonien nur gut 100 KIlometer voneinander entfernt liegenden Klubs Girona und FC Barcelona offensichtlich im amerikanischen Miami aufeinandertreffen. Erstmals würde ein Spiel einer europäischen Topliga somit ins Ausland verkauft. Für viel Geld versteht sich, das vor allem der Heimverein für seinen Verzicht aufs Heimrecht erhält. Es ist von vier Millionen Euro die Rede, die der zu 44,3 Prozent im Besitz der Unternehmensgruppe von Guardiola-Bruder und -Berater Pere befindliche Klub erhält.

So berichten es jedenfalls katalonische Zeitungen, die auch schon recht dezidiert notieren, wie die Fans vom Sturm auf die Barrikaden abgebracht werden sollen. 1500 Anhänger dürfen kostenlos mitreisen, die weiteren Dauerkarteninhaber können sich als Entschädigung 40 Prozent Nachlass sichern auf ihr Jahresticket oder aber eine Karte fürs Auswärtsspiel im Camp Nou zu Barcelona.

Vor dem Hiintergrund dieses Tabubruchs in Spanien gewinnen die klaren Worte von Christian Seifert an Gewicht. Der DFL-Chef hatte beim International Football Summit am Dienstag in Frankfurt am Dienstag beteuert, dass die DFL keine vergleichbaren Pläne verfolge.

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„Wir werden niemals ein Pflichtspiel außerhalb Deutschlands spielen“, sagte Seifert und betonte, dass dabei auch der Supercup eingeschlossen sei. Tatsächlich würde in Deutschland selbst eine Vergabe des Supercup-Endspiels ins Ausland die Fans auf die Barrikaden bringen. Traditionell empfängt der Pokalsieger den Meister beziehungsweise der Finalist den Double-Gewinner, weswegen es in den vergangenen Jahren stets zu begehrten Heimspielen eines Klubs gegen Serienmeister Bayern München kam.

In Spanien hat nun selbst ein kürzlich geäußerter Protest der Spieler die nächste Stufe der Kommerzialisierung gestoppt.

Quelle: FAZ.NET
Daniel Meuren
Sportredakteur.
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