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Projekt des 1. FC Köln

Lieber nicht nach China – aber warum?

EIN KOMMENTAR Von Christoph Becker
Aktualisiert am 21.12.2019
 - 08:29
China? Lieber doch nicht. Der Kölner Geißbock bleibt in Köln.
Beim 1. FC Köln ist die Erkenntnis gereift, dass eine Fußball-Akademie in China wohl eher unter S wie Schnapsidee einzusortieren sei. Nur bei der Ausrede, warum das Projekt jetzt endet, ist man sich beim Effzeh nicht ganz einig.

Weil das wahre Leben ja ein Fußball ist, pardon, weil der Fußball ja das wahre Leben ist, steht nichts so sehr für eine Stadt wie ihr Fußballverein. Und um die Sache zu verdeutlichen, hat der liebe Gott den 1. FC Köln erfunden, des besseren Verständnisses wegen Effzeh genannt. Dieser Effzeh ist auch nur ein Mensch und deshalb vor Versuchungen nicht gefeit, zum Beispiel Fußball. Im 21. Jahrhundert heißt das vor allem: Fußball in China. Der Effzeh erkennt freilich die Sünde, denn er steht dem Herrgott weiter nahe. Oder hatte jedenfalls einst Toni Schumacher zwischen den Pfosten.

Nur wer die Sünde erkennt, kann ihr Einhalt gebieten. Weshalb der Effzeh diese Woche beschloss, sein Projekt Fußball-Akademie in Shenyang, Provinz Liaoning, China, nicht fortzuführen. Einzige Frage: Weshalb? Nun, es begab sich zu der Zeit, da die Idee geboren wurde, dass der Effzeh eine Akademie in China unterhalten wollte – 2017 –, dass diese den Regierungschefs beider Länder bei einem Gipfel zur Unterhaltung diente. Weshalb nun, da beim Effzeh die Erkenntnis gereift ist, dass eine Fußball-Akademie in China doch wohl eher unter S wie Schnapsidee zu sortieren sei, ein triftiger Grund her musste. Gut, dass der liebe Gott vor dem Effzeh die Ausreden erfunden hatte. Es gebe nicht genug Personal, teilte Präsident Werner Wolf diese Woche mit, für die Außenstelle. In China.

Vorschlag zur Güte: Vielleicht mal ein paar Chinesen zu Facebook und Twitter holen, um die Hetze abzustellen. Dann würden die Nazis dumm gucken. Obwohl: Dass sie in China Mesut Özil für dessen Kommentare zur abscheulichen Misshandlung der Uiguren über Nacht aus dem Kicker-Spiel für die Konsole gelöscht haben, das wird dem rechten Rand gefallen. Aber mal ernsthaft: Das wird nicht lustig mit China in den kommenden Jahren. Wie sagte der Mitgliederrat des 1. FC Köln, Stefan Müller-Römer, im Widerspruch zu Präsident Wolf? Ein Fußballverein wie der Effzeh könne eine „totalitäre und so brutale Diktatur“ nicht unterstützen.

Das Problem ist nicht nur, dass Wolf eine solche Aussage offenbar zu heikel erscheint. Sondern auch, dass im Winter 2022 das Internationale Olympische Komitee seine Winterspiele in Peking präsentiert. Auf dass der Chinese an sich die Angebote mittelständischer europäischer Skihersteller entdeckt. In dieser Woche, und an dieser Stelle zitieren wir die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, lobte IOC-Vize Juan Antonio Samaranch junior die Organisatoren in Peking: „Sie halten ihre Versprechen.“ Da werden weder Mesut Özil noch die Uiguren in den Umerziehungslagern widersprechen. Samaranch junior ist zudem begeistert von den Menschen in Peking: „Sie stehen zu hundert Prozent hinter den Spielen.“ Wie ungewöhnlich, in China. Wo man doch frei entscheiden darf, in wessen Lager man steht. Oder sitzt.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Becker, Christoph
Christoph Becker
Sportredakteur.
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