2. Fußball-Bundesliga

Hamburg liebt das Drama – Bremen feiert schon

Von Frank Heike
15.05.2022
, 19:24
Aufstieg geschafft: Bremens Marvin Duksch zeigt seine Freude
Die Hamburger machen es auch in Rostock spannend, treffen nun in der Relegation auf die Hertha. Und in Bremen darf dank Ducksch und Füllkrug schon gefeiert werden.
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Sollte Ole Werner irgendwann auf seine Trainerkarriere zurückschauen und gefragt werden, wie ihm der Wiederaufstieg damals in Bremen in der Saison 2021/22 denn geglückt sei, dann könnte er in einem Satz antworten: „Ich hatte die beiden hässlichen Vögel.“

Es ist erlaubt, Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch etwas abschätzig wie unattraktives Federvieh zu bezeichnen – der Ausdruck stammt nämlich von Füllkrug. Die beiden Stürmer haben Werder eine ziemlich schöne Saison beschert: 40 der 65 Bremer Tore haben Füllkrug und Ducksch addiert erzielt und waren stilbildend daran beteiligt, dass der SVW den Betriebsunfall Abstieg schnellstmöglich reparieren konnte.

2. Bundesliga

Ihre vorerst letzten Streiche waren die Treffer zum 2:0 gegen Jahn Regensburg am 34. Spieltag. Werder steigt als Zweiter hinter dem FC Schalke 04 auf – daran hat Ole Werner nicht nur dank Ruhe und Beharrlichkeit einen großen Anteil. Er war es, der Ducksch und Füllkrug von Anfang an gemeinsam spielen ließ, seit er den Trainerposten im November 2021 von Markus Anfang übernommen hatte. Schon jetzt ist es eine spannende Frage, ob Werders Sturmduo auch in der Bundesliga gemeinsam wird fliegen dürfen. Beide sind den Nachweis ihrer Tauglichkeit im Oberhaus bislang schuldig geblieben.

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Während Werder durch die Tore in der zehnten und 51. Minute früh in den Feiermodus übergehen konnte und das Publikum im ausverkauften Weserstadion endgültig für die böse Serie 2020/21 versöhnte, wäre der Hamburger SV nicht der HSV, hätte er in Rostock kein Drama veranstaltet. Dass am Ende ein 3:2-Sieg der Hamburger im Ostseestadion gelang, war ein Spiegelbild der Saison – und ein Ausweis von Widerstandskraft, der diese Mannschaft unter Trainer Tim Walter auszeichnet.

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HSV in der Relegation gegen Hertha

Zurückgelegen, angerannt, scheinbar sicher geführt und doch noch einmal gezittert am Ende: Darunter macht es der HSV nicht, wobei die leidgeprüften Fans dieses Nordklubs sicher sehr einverstanden waren, dass anders als in den vorigen drei Spielzeiten mal nicht der vierte Rang herausgesprungen ist, sondern Platz drei.

Späte Hamburger Freude: Platz drei gesichert, Chance auf Aufstieg gewahrt
Späte Hamburger Freude: Platz drei gesichert, Chance auf Aufstieg gewahrt Bild: Reuters

Nun geht es am Donnerstag und Montag in der Relegation gegen Hertha BSC Berlin (20.30 Uhr/im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga, bei Sky und Sat.1). Und die Brisanz dieses Duells könnte kaum größer sein, muss doch Felix Magath als Trainer der Hertha versuchen, den HSV umzustoßen – jenen Klub, den er 1983 zum Europapokalsieger der Landesmeister schoss.

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Trainiert hat er seinen liebsten Verein auch Ende der 90er Jahre mal und in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit einer leitenden Position beim HSV geliebäugelt. Wozu es nicht kam, was Magath kränkte.

In Rostock wirkten die Beine der Hamburger Profis anfangs sehr schwer. Erst recht, als Neidhart das 1:0 für Hansa gelang (13. Minute). Mit bekanntem Ballbesitzfußball versuchte es der HSV, schaffte aber erst in der 50. Minute den ersehnten Ausgleich: Robert Glatzels 22. Saisontor. Hamburg drückte jetzt, und Kapitän Schonlau in der 75. Minute sowie Mikkel Kaufmann zehn Minuten später brachten die HSV-Fans zum Jubeln.

In der Nachspielzeit ließ Fröde die Hamburger allerdings noch einmal zittern. Doch das 3:2 hatte Bestand – der fünfte Sieg für Walters Team nacheinander. Eine Serie, die wohl niemand nach dem 0:1 in Kiel am 29. Spieltag für möglich gehalten hätte. Und die für Platz drei reichte.

Quelle: F.A.Z.
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