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Rekordlauf in Köln

Der FC Bayern kurz außer Rand und Band

Von Daniel Theweleit, Köln
Aktualisiert am 16.02.2020
 - 17:24
Geteilte Meinungen zum Spiel: Die Münchener Profis (links) jubeln, Köln ärgert sich.
Beim 1. FC Köln gelingt den Münchnern ein Traumstart. Der auch am Ende völlig verdiente Erfolg bringt den deutschen Rekordmeister zurück an die Tabellenspitze der Bundesliga. Doch nicht alles läuft nach Plan für den FC Bayern.

Jener Teil der Fußballnation, der sich mal einen anderen deutschen Meister wünschst als die Dauer-Gewinner aus München, hatte gute Gründe auf einen Ausrutscher des FC Bayern in Köln zu hoffen. Die Rheinländer hatten vor diesem düsteren Sonntagnachmittag vier Heimspiele am Stück gewonnen, das Müngersdorfer Stadion war zuletzt ein Ort, den kein Gegner gerne besuchte. Eine Festung, die nun allerdings krachend in sich zusammenbrach. 1:4 verloren die Rheinländer ein Spiel, das sie über weite Teile im Zustand einer lähmenden Ehrfurcht bestritten hatten.

Bundesliga

Als hätten sie Angst davor, Eins-gegen-Eins-Duelle zu verlieren, führten sie die Zweikämpfe in der Anfangsphase lieber gar nicht erst. Schon nach zwei Minuten kombinierten die Bayern sich nach einem Einwurf auf dem linken Flügel locker vors Kölner Tor, Robert Lewandowski drosch den Ball zum 0:1 unter die Latte. Zwei Minuten danach hatte der Rekordmeister dann jede Menge Platz im Kölner Strafraum, Kingsley Coman wurde von Thomas Müller am Elfmeterpunkt angespielt, von wo der Franzose den Kölner Torhüter Timo Horn zum 0:2 „tunnelte“.

Nach diesem rasanten Start hätten die Münchner sich ein wenig zurücknehmen können, aber offensichtlich wollten sie das Spiel unbedingt früh entscheiden. Und so gelang ihnen bald auch der dritte Treffer: Serge Gnabry durfte ungestört durch den Kölner Strafraum kreuzen und den Ball flach in die rechte Torecke schieben (12. Minute). Es war die schnellste 3:0-Auswärtsführung in der bisherigen Bundesliga-Geschichte des FC Bayern. Danach konnte die Mannschaft von Trainer Hansi Flick eigentlich mit dem Vorbereitungsprogramm für die schweren Wochen anfangen, die nun bevorstehen.

„Mich ärgert, dass wir nicht so konstant weitergespielt haben, weil wir uns das Leben damit selber schwer gemacht haben“, sagte Kapitän Manuel Neuer später dennoch, der sich von den Kölnern „ein bisschen mehr Gegenwehr“ erwartet hätte. Kölns Torhüter Timo Horn meinte: „Wir haben die ersten Minuten komplett verschlafen, das darf uns nicht passieren. Dann ist es brutal schwer gegen so eine Weltklassemannschaft.“

Bei den Bayern geht es in dieser Phase der Saison ja auch immer darum, welche Spieler für die entscheidenden Frühjahrsmonate gesund und formstark sind. Coman stand nach einem auskurierten Kapseleinriss im Knie erstmals seit Anfang Dezember wieder in der Startelf, Gnabry findet nach seinen Achillessehnenproblemen langsam seinen Rhythmus, in der 66. Minute traf er noch zum 4:0. Und Lucas Hernandez kam zur Pause, der Franzose konnte ebenfalls Spielpraxis sammeln.

„Wenn die Englischen Wochen beginnen, dann müssen alle möglichst bei 100 Prozent sein. Und da sind wir gerade dran, dass wir das hinbekommen“, hatte Flick vor dem Spiel gesagt. Nachdem die Partie entschieden war, bekamen Gnabry und Coman also noch eine hübsche Trainingseinheit bei angenehmem Frühlingswetter und vor einer tollen Kulisse. Beide Profis hätten beinahe weitere Tore geschossen, doch Gnabry traf nur die Latte (29.) und Coman den Pfosten (37.).

Schon vor der Pause hatte der FC Bayern ein halbes Dutzend weiterer Großchancen. Auch über ein 0:6 oder 0:7 zur Pause hätten die Kölner sich nicht beschweren können. Irgendwann flüchtete das Kölner Publikum angesichts dieser Chancenlosigkeit ihrer Mannschaft in Selbstironie. „In Europa kennt euch keine Sau“, sang die Südkurve, der Versuch die auftrumpfenden Münchner irgendwie zu ärgern, war aber genauso hoffnungslos wie die Gegenwehr der Kölner Mannschaft. Von der Heimstärke des FC war kaum noch etwas zu sehen an diesem Nachmittag.

In der kommenden Woche beginnen die Karnevalstage, natürlich hatten die Leute davon geträumt, die bevorstehende Begeisterung durch einen Sieg gegen die Bayern noch ein Stück steigern zu können. Nun bestreiten sie den lokalen Jahreshöhepunkt mit einer Niederlage im Rücken, die nicht nur deutlich ausfiel, sondern auch noch schmerzliche Begleiterscheinungen hatte: Noah Katterbach, der junge Linksverteidiger, der zuletzt zu einem wertvollen Leistungsträger gereift ist, schied früh mit einer Fußverletzung aus. Außerdem war der Auftritt vor der Pause derart schwach, dass neue Zweifel an der Bundesligatauglichkeit des Teams entstanden sein könnten.

Aber sie fingen sich dann doch noch. In der zweiten Halbzeit war die Münchner Überlegenheit nicht mehr so eindeutig, die Kölner wehrten sich engagierter – und die Bayern waren nicht mehr so energisch. Zwei Kölner Tore zählten aufgrund von Abseitsstellungen nicht, die Münchner Defensive wirkte plötzlich anfällig und auch ein bisschen unaufmerksam. Das 1:4 von Mark Uth war dann nicht unverdient (70.). Mit etwas mehr Konsequenz wäre sogar noch mehr möglich gewesen für den Efzeh, aber Cordoba (79.) Anthony Modeste (89.) vergaben zwei Möglichkeiten, so dass es beim insgesamt angemessenen 1:4 blieb.

Quelle: FAZ.NET
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