FAZ plus ArtikelHertha BSC nach Klinsmann

Nichts mehr zu retten

Von Michael Horeni, Berlin
Aktualisiert am 13.02.2020
 - 17:50
Betretene Mienen: Lars Windhorst (links) und Michael Preetz erklären die LAge bei Hertha BSC.
Investor Lars Windhorst zieht den Schlussstrich: Für Jürgen Klinsmann ist bei Hertha BSC kein Platz mehr. Aber sein Scherbenhaufen bleibt. Der Klub versucht, nach vorn zu schauen – irgendwie.

Der Pressekonferenzraum auf dem Olympiagelände platzte am Donnerstag aus allen Nähten. Fußball-Deutschland schaute nach Berlin, mal wieder. Selbst Stehplätze waren knapp. Genauso, wie das schon Ende November der Fall war, als Jürgen Klinsmann frisch und freudestrahlend seinen Dienst bei Hertha BSC antrat und dem Klub und der gesamten Hauptstadt den Anbruch einer neuen Fußball-Zeit versprach. Keine drei Monate später erinnerte auf der Krisen-Pressekonferenz von Hertha BSC nur noch ein Slogan an der Werbewand an jene Versprechungen, die sich mit Klinsmann seit Dienstag erst einmal in Luft aufgelöst haben: „Die Zukunft gehört Berlin.“ Und von Klinsmann selbst, einer bis zuletzt großen Figur des deutschen Fußballs, war nach dieser Pressekonferenz auch nicht mehr viel übriggeblieben.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer, Investor Lars Windhorst und Sport-Geschäftsführer Michael Preetz saßen auf ihren Kunststoffstühlen vor dem Zukunftsversprechen von gestern und gaben sich alle Mühe, wenigstens den Schaden für den Klub einzudämmen – und den Blick trotzdem irgendwie in die Zukunft zu lenken, von der aber niemand auch nur halbwegs konkret sagen konnte, wie sie aussehen soll. Zu groß ist der Scherbenhaufen, den Klinsmann hinterlassen hat. Zu unvermittelt war seine Flucht aus der Verantwortung. Zu viel ist über Nacht kaputtgegangen.

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Quelle: F.A.Z.
Michael Horeni - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Horeni
Korrespondent für Sport in Berlin.
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