1:2 gegen Frankfurt

Dortmunder Depression nach der Niederlage

Von Daniel Theweleit, Dortmund
03.04.2021
, 18:23
Erling Haaland trifft nicht, Dortmund verliert gegen Frankfurt.
Beim 1:2 gegen Frankfurt zeigt der BVB alle bekannten Schwächen. Mit nun sieben Punkten Rückstand auf die Eintracht rückt die Teilnahme an der Champions League in weite Ferne.

Die Chancen zu einer abermaligen Teilnahme an der Champions League schwinden für Borussia Dortmund nach der schmerzlichen 1:2 (1:1)-Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt. Sieben Punkte beträgt der Rückstand nun auf den vierten Tabellenplatz. Ähnlich deprimierend wie das Tableau ist aber die zweite Erkenntnis, die von diesem Spiel bleibt: Der BVB entwickelt einfach nicht die nötige Stabilität in dieser Saison. Nur phasenweise spielte der BVB überzeugend.

Bundesliga

Zum Beispiel ganz zu Beginn, als der feste Vorsatz, dieses bedeutsame Spiel zu gewinnen, gut sichtbar war. Doch klare Chancen ließ die Frankfurter Defensive in dieser Anfangsphase nicht zu, vielmehr dauerte es nicht lange, bis die Dortmunder Verunsicherung sichtbar wurde. Rechts in der Viererkette half Emre Can aus und ließ nach elf Minuten ohne echte Gegenwehr Filip Kostic flanken. Und in der Mitte traf der seit vielen Monaten formschwache Linksverteidiger Nico Schulz per Kopf ins eigene Tor. Er hatte versucht, André Silva zu decken.

Schulz produzierte immer wieder Fehler, Thorgan Hazard zerstörte etliche gute Angriffssituationen durch Ungenauigkeiten im Passspiel, der von seiner Knöchelverletzung genesene Kapitän Marco Reus wirkte müde. Immer wurden Frankfurter Abschlüsse erst im letzten Moment geblockt, selbst Erling Haaland agierte wie ein Mensch, der fehlbar ist. Zwei gute Chancen hatte der norwegische Stürmer vor der Pause, blieb aber ungewohnt erfolglos mit seinen Abschlüssen (21. und 25. Minute).

Spekulation um Haaland und Hütter

Die Frankfurter sind wohl nicht das besser besetzte Team, sie spielten aber selbstbewusster und hatten nach 39 Minuten Pech, dass sie keinen Elfmeter erhielten, nachdem der Ball Thomas Delaney an die Hand gesprungen war. Zudem schienen sie besser mit der Unruhe zurechtzukommen, von denen beide Klubs während der vergangenen Tage ergriffen worden waren, weil wichtige Führungskräfte von anderen Vereinen umworben werden.

Frankfurts Trainer Adi Hütter soll ein Angebot von Borussia Mönchengladbach vorliegen, im Sommer die Nachfolge von Trainer Marco Rose anzutreten. Zwar hat er vor einiger Zeit angekündigt, bei der Eintracht bleiben zu wollen, ein unmissverständliches Bekenntnis verweigert er aber. Er habe „nicht ständig Lust, Spekulationen und was in der Zeitung steht“ zu kommentieren. Er habe sich ausreichend geäußert. Zur Aussage „Ja, ich bleibe auf jeden Fall!“, mit der er alle Spekulationen beenden könnte, hat der Österreicher sich zuletzt nicht mehr durchringen können.

André Silva erzielte das entscheidende Tor für die Eintracht.
André Silva erzielte das entscheidende Tor für die Eintracht. Bild: AFP

Und die Dortmunder mussten in der Länderspielpause mitansehen, wie Erling Haalands Vater Alf-Inge sich mit dem Berater Mino Raiola und Vertretern des FC Barcelona in Spanien getroffen hat. Die Ausstiegsklausel des Stürmers gilt zwar erst Mitte 2022, der Frage, ob Haaland den Wunsch geäußert habe, dass er den BVB schon im kommenden Sommer verlassen wolle, wich Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung, aber im TV-Interview aus: „Ich will jetzt nicht mehr auf die Gespräche eingehen und bitte Siex, das auch zu akzeptieren“, sagte er. Diese Sache wird den Klub noch länger beschäftigen und wahrscheinlich auch von einer Qualifikation des BVB für die Champions League mitbestimmt werden.

Gegen Ende der ersten Hälfte war der Rückstand auf Frankfurt und den für die Königsklasse nötigen Tabellenplatz auf sieben Punkte angewachsen. Doch mit einer ordentlichen Portion Glück erhöhten sich die Chancen auf eine abermalige Teilnahme des Revierklubs an Haalands erklärtem Lieblingswettbewerb doch noch. Kurz vor der Pause landete eine Reus-Ecke auf der Brust von Can, von wo der Ball vor die Füße von Mats Hummels flog, dem aus fünf Metern durch die Beine von Kevin Trapp das 1:1 gelang (45.).

Es war nun ein ausgeglichenes Spiel, spannend, aber nicht auf höchstem Niveau. Der BVB hatte mehr Ballbesitz, spielte aber weiterhin nicht präzise genug, gefährlicher waren die Frankfurter, blieben aber glücklos im Abschluss (Kostic, 52., Silva 72., Sow, 78.). Und als Stefan Ilsanker per Kopf traf, stellte der VAR eine knappe Abseitsstellung fest (65.) Beim BVB ließen Guerreiro (60.) sowie Haaland gute Möglichkeiten aus (69.), aber Silvas Kopfballtor zum 1:2, das Luka Jovic und Kostic vorbereitet hatten, war am Ende vollkommen verdient.

Quelle: F.A.S.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot