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Nach Hollerbach-Entlassung

Titz will alles neu machen beim HSV

 - 15:12

Vereins-Ikone Uwe Seeler hat nach dem abermaligen Trainerwechsel bei seinem Hamburger SV die seit langem sieglosen HSV-Profis in die Pflicht genommen. „Eigentlich ist es doch egal, wer auf der Bank sitzt. Die Mannschaft muss aus den Socken kommen“, sagte der 81 Jahre alte Ehrenspielführer der DFB-Auswahl sowie ehemalige HSV-Spieler und -Präsident am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Dass nach Markus Gisdol und Bernd Hollerbach in Christian Titz in dieser schwierigen Saison bereits der dritte Coach auf der HSV-Bank sitzt, wollte er nicht weiter kommentieren.

Angesichts des beachtlichen Sieben-Punkte-Rückstands auf den Relegationsplatz habe er „natürlich große Sorgen“ um den HSV, doch auch weiterhin Hoffnung auf die abermalige Rettung. „Ich kann ja nichts machen, als ganz fest die Daumen zu drücken. Das werde ich tun und dabei aufpassen, dass sie nicht platt werden“, meinte Seeler. Er werde „natürlich“ wieder im Volksparkstadion sein. Dort gelang der letzte HSV-Sieg am 26. November beim 3:0 gegen 1899 Hoffenheim.

Als Hoffnungsträger bemühte sich Titz am Dienstag, die Vergangenheit abzuhaken und rief einen Neustart aus. „Was war, interessiert mich nicht. Es zählt nur noch das Hier und Jetzt. Der volle Fokus liegt auf dem Heimspiel gegen Hertha BSC“, sagte der 46-Jährige. Trotz der überaus prekären sportlichen Lage sieht er eine „echte Chance“, den kriselnden HSV doch noch in der Liga zu halten. „Die Spieler haben zuletzt ordentlich einstecken müssen. Heute haben sie aber gesehen, dass hier noch eine Aufbruchstimmung möglich ist“, sagte er nach dem freundlichen Empfang für Profis und Coach bei dessen erster Einheit als Chef. „Wir haben gegen Hertha die Chance, die Situation positiv zu beeinflussen. Das müssen wir nutzen.“

Zuvor hatte der bisherige U21-Erfolgscoach die auf Abstiegsplatz 17 stehenden Profis 110 Minuten über den Platz gescheucht, Spielformen trainiert, unterbrochen, lautstark korrigiert und immer wieder Offensivaktionen üben lassen. Daran mangelt es beim HSV: Magere 18 Punkte und nur 18 Törchen zeigen die große Problematik auf. Kein Wunder, dass der ehemalige HSV-Torjäger Seeler nur noch eine geringe Hoffnung hat.

„Sie schaffen das, Herr Titz“, riefen dessen ungeachtet einige der 150 Anhänger, als der Hollerbach-Nachfolger zur Auftakt-Einheit am Vormittag erschien. Titz ließ bei der von diversen Kamera-Teams und Medienvertretern beobachteten Einheit auch sechs HSV-Nachwuchskräfte mittrainieren, die in der Regionalliga Nord Spitzenreiter sind. Insgesamt standen 29 Feldspieler und vier Torhüter auf dem Platz. „Jeder hat eine Chance“, betonte Titz, der den Kader auf etwa 22 Mann reduzieren will. Er deutete damit an, dass er auch vor großen Namen keinen Halt machen würde. Vorstandschef Frank Wettstein hat dem als Entwickler anerkannten, aber als Profi-Trainer unerfahrenen Aufsteiger freie Hand gegeben. „Sollte das Trainerteam Spieler identifizieren, die sich nicht mit ausreichendem Engagement den gemeinsamen Zielen widmen, kann er rigoros durchgreifen.“

Zudem hat Titz erfahrene Leute an seiner Seite. Für den gefeuerten Sportdirektor Jens Todt springen der frühere Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters als starker Mann für den Bereich Sport und der ehemalige Profi Thomas von Heesen als Berater auf Zeit in die Bresche. Beide sollen dem Neuen bis zum erhofften glücklichen Ende einer überaus steinigen Saison den Rücken frei halten. Insgesamt bleiben Titz & Ko. aber nur acht Spiele, um den ersten Abstieg der HSV-Vereinsgeschichte abzuwenden.

Quelle: dpa
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