Eintracht Frankfurt

Hasebe fordert sechs Punkte gegen Werder und VfB

Von Ralf Weitbrecht
Aktualisiert am 29.10.2020
 - 11:45
Fordert von seinem Team mehr Einsatz: Eintracht-Kapitän Makoto Hasebe
Gegen München sei der Wille zu schwach gewesen, er habe gefehlt, moniert Eintracht-Kapitän Hasebe und fordert von seinen Mitspielern gegen Bremen und den VfB Besserung. „Sie zeigen die Richtung, wohin es geht“, sagt der Japaner.

Der Mann der leisen Töne ist auch ein Mann der klaren Worte. Mittwochmittag, Makoto Hasebe sitzt im Presseraum der Frankfurter Arena, stellt sich den Fragen der Reporter – und sagt viele starke Sätze. Zum Beispiel diesen: „Wir können in München gewinnen. Aber der Wille war zu schwach. Der Wille hat gefehlt.“ Der Eintracht-Routinier redet Klartext. Der Japaner, der in gut zweieinhalb Monaten 37 Jahre alt wird, hat die 0:5-Niederlage der Eintracht zum Anlass genommen, seine Frankfurter Mitspieler auf die kommenden Aufgaben neu einzuschwören. „Wir müssen Mentalität zeigen“, sagt Hasebe. „Wir müssen gierig sein auf Erfolg.“

Bundesliga

Hasebe will es wissen. „Fünf Gegentore bei den Bayern, das ist natürlich viel zu viel“, sagt er. An diesem Samstag, wenn sich am sechsten Spieltag der Fußball-Bundesliga Werder Bremen von 15.30 Uhr (im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga) an in der verwaisten Frankfurter Arena vorstellt, soll das ganz anders sein. Für Hasebe gibt es nur ein Ziel. „Wir müssen gegen Werder und eine Woche später in Stuttgart sechs Punkte holen.“ Den Grund dafür liefert der langjährige Kapitän der japanischen Nationalmannschaft sofort hinterher. „Wenn wir nächstes Jahr international spielen wollen, müssen wir uns zeigen.“ Das Potential dafür sieht der Abwehrstratege gegeben. „Wir haben einen breiten Kader und mehr Konkurrenzkampf.“

Englische Wochen wie in den zurückliegenden beiden Jahren gibt es nach dem vorläufigen Aus für Europa nicht mehr. Der Wochenrhythmus bestimmt das Geschehen bei der Eintracht. Das bringt Vorteile mit sich, beispielsweise diesen: David Abraham hat Zeit und Muße gehabt, um sich in aller Ruhe von den Sehnenproblemen in seiner Kniekehle auszukurieren. Vor genau einer Woche hatte sich der Kapitän eben diese Verletzung im Training zugezogen. Eine Woche später ist der Argentinier wieder da. In den Tagen zuvor hatte Abraham individuell trainiert und sich gezielt auf den Tag der Rückkehr vorbereitet. „David hat immer noch sehr viel Qualität“, sagt Mitspieler Hasebe und lobt: „Auch mit 34 Jahren ist er immer noch unser schnellster Spieler. Seine Art und Weise hilft unserer Mannschaft.“

Fernziel Europa

Die Art und Weise, wie Hasebe Fußball spielt, hilft der Eintracht gleichwohl. Der Denker und Lenker der Frankfurter Defensive ist bei allen bisherigen fünf Saisonspielen dabei gewesen. Das Fernziel Europa ist Ansporn für ihn, „jetzt die nächsten beiden Spiele unbedingt zu gewinnen. Sie zeigen die Richtung, wohin es geht.“ Von der Eintracht wünscht er sich für das Heimspiel gegen Bremen die Dinge, die von den Rängen nicht ausgehen werden: „Emotion und Leidenschaft.“ Das Frankfurter Publikum ist bekannt dafür, dass es die Mannschaft mit seiner Unterstützung besonders motiviert. Doch in Corona-Zeiten gelten andere Regeln. „Wir haben jetzt schon mehr als zehn Geisterspiele absolviert“, sagt Hasebe. „Dass auch gegen Bremen keine Fans dabei sind, ist für uns natürlich bitter.“

Spiele gegen Werder besitzen für Hasebe besondere Brisanz. „Ebenso wie wir sind auch die Bremer ordentlich in die Saison gestartet und haben gleichfalls acht Punkte.“ Hasebe ist sicher: „Das ist ein guter Gegner. Gegen Werder ist es für uns immer schwer.“ Hasebe freut sich nicht nur auf die sportliche Auseinandersetzung an diesem Samstag. Er freut sich auch, dass mit Florian Kohfeldt einer in verantwortlicher Position dabei ist, „der immer an der Seitenlinie steht“. Parallelen zwischen sich und dem gerade 38 Jahre alt gewordenen Werder-Coach sieht Hasebe auch. „Das ist ein sehr junger Trainer. Aber ich bin ja auch ein sehr junger Spieler.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weitbrecht, Ralf
Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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