Eintracht in der Einzelkritik

Kapitale Fehler und ein Flankomat auf links

Von Jörg Daniels
05.12.2021
, 13:38
Mitverantwortlich für das 1:3: Frankfurts Makoto Hasebe (rechts)
Beim 2:3 gegen die TSG Hoffenheim bleiben gleich mehrere Frankfurter Profis weit hinter ihren Erwartungen zurück. Doch nicht alle Eintracht-Spieler enttäuschen. Die Mannschaft in der Einzelkritik.
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Kevin Trapp: Drei Gegentore sind für seine Ansprüche eine Torflut. Nur beim 2:5 am ersten Spieltag in Dortmund waren es noch mehr. Bei den Hoffenheimer Treffern zum 1:1 und 1:3 machtlos. Beim 1:2 hingegen wehrte er den Schuss von Bebou direkt vor die Füße des freistehenden Torschützen Rutter ab.

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Tuta: Wächst in seine Rolle hinein. Selbstbewusst, mit guter Körpersprache. Resolut in den Zweikämpfen. Kann sich im Spiel nach vorne aber noch steigern.

Bundesliga

Makoto Hasebe: Mit der Europa League sein viertes Spiel in Serie über 90 Minuten. Als Kopf der Mannschaft und Stratege nicht so souverän wie sonst. Spielte vor dem 1:3 einen kapitalen Fehlpass. Hob dann außerdem mit seiner Hacke das Abseits auf. Und zu allem Überfluss wehrte er die Flanke noch zum Torschützen Samassekou ab.

Evan Ndicka: Verhinderte auf spektakuläre Weise auf der Linie mit dem Kopf für den geschlagenen Trapp das 1:3. Für seine hohen Ansprüche aber nicht immer Herr der Situation. Unter dem Strich ein solider Auftritt.

Djibril Sow: Befand sich nach seiner Gelben Karte am Rande eines Platzverweises. Zeigte viel Einsatz. Dafür kam zu wenig raus. Nahm so nicht die Rolle des Führungsspielers ein.

Kristijan Jakic: Beklagte ebenfalls einen Leistungsabfall. Spielte vor dem 1:2 vorne einen Fehlpass. Ließ die Chance zum 2:0 ungenutzt. Als Abräumer diesmal nicht mit der gewohnten Konsequenz.

Timothy Chandler: Könnte seinen gerade eroberten Stammplatz wieder loswerden. Sein Auftritt ließ in jeglicher Form zu wünschen übrig.

Filip Kostic: Bereitete in gewohnter Form als Flankomat das 2:3 von Paciencia vor. Es war seine sechste Torvorlage. In der zweiten Halbzeit an fast allen torgefährlichen Situationen beteiligt. Vom Gegner kaum zu stoppen. Verlor aber ab und an die Defensivarbeit aus den Augen.

Daichi Kamada: Lief seiner Bestform weit hinterher. Kein Ideengeber. Kaum mit Durchschlagskraft im Spiel nach vorne.

Jesper Lindström: Bereitete mit einem strammen Flankenschuss das 1:0 von Borré vor. Die beste Tat des Dänen. Auch dessen Zuspiel nach 46 Minuten zu Borré war sehenswert. Bringt er sich noch häufiger ein, macht Lindström den nächsten Schritt in seiner Entwicklung.

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Rafael Borré: Der Frankfurter Führungstreffer war das dritte Saisontor des Kolumbianers. Verpasste nach Pass von Lindström den Treffer zum 2:2. Enorm fleißig und willensstark. Zum Torjäger fehlt ihm aber noch die Kaltschnäuzigkeit.

Goncalo Paciencia: Kam für Lindström ins Spiel. Mit großem Tatendrang und auf den Punkt hellwach. Erzielte auf technisch sehr anspruchsvolle Weise das 2:3. Erfüllte alle Kriterien eines guten Einwechselspielers.

Sebastian Rode: Ersetzte den enttäuschenden Jakic. Auch der Kapitän belebte das Spiel, in das er mit seinem fußballerischen Vermögen Struktur brachte.

Jens Petter Hauge: Durfte für Kamada ran. Versuchte viel. Insgesamt sprang dabei aber zu wenig heraus.

Ragnar Ache: Wurde anstelle von Chandler auf den Platz beordert. Läuft einem Erfolgserlebnis weiter hinterher.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Daniels, Jörg
Jörg Daniels
Redakteur in der Sportredaktion
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