Eintracht-Talent Marcel Wenig

„Allen zeigen, was ich draufhabe“

Von Ralf Weitbrecht
04.07.2022
, 19:15
Premiere in der Wetterau: Eintracht-Jungprofi Marcel Wenig
Von FC Bayern nach Frankfurt: Marcel Wenig freut sich auf die Herausforderung „Männerfußball“ und seine prominenten Mitspieler, denen er einst vorm Fernseher zujubelte.
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Die Einstellung stimmt. Als es vor einer Woche wieder losging bei der Eintracht, war Marcel Wenig schon lange am Ball. „Ich habe früher angefangen, um mich vorzubereiten“, sagt der junge Fußballprofi. Montag Mittag, noch eineinhalb Stunden bis zum ersten Training einer neuen Übungswoche.

Der kürzlich 18 Jahre alt gewordene Wenig sitzt auf dem Podium und meistert seine erste Pressekonferenz mit Bravour. Als er sich im Winter dazu entschloss, sich vom Sommer an für die nächsten drei Jahre der Eintracht anzuschließen, war er noch 17. Auch mit 18 hat man noch Träume. „Ich will hart an mir arbeiten, meine Qualitäten einbringen und allen zeigen, was ich draufhabe“, sagt er selbstbewusst.

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Götze vorm Fernseher zugejubelt

Von den Bayern zur Eintracht: Es gibt nicht viele Fußballspieler, die diese Route wählen. Meist ist es umgekehrt, so wie beispielsweise im Fall des Eintracht-Kapitäns Sebastian Rode, der Frankfurt verließ, um in München sein Glück zu suchen, was er letztlich nach seiner Rückkehr bei der Eintracht gefunden hat. Als Anführer hatte Rode großen Anteil am Gewinn der Europa League.

Marcel Wenig hat sich den Coup von Sevilla am Fernseher angeschaut – so wie er auch als zehnjähriger Knirps vor der Mattscheibe saß und begeistert bewunderte, wie fern der Heimat in Rio de Janeiro Mario Götze die Flanke von An­dré Schürrle mit der Brust annahm und den Ball volley ins Tor der Argentinier schoss. Götze „machte ihn“, wie es damals aus dem Reporter heraussprudelte.

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„Ein großes deutsches Mittelfeldtalent“

Und jetzt, acht Jahre später, spielt Wenig in einer Mannschaft mit dem WM-Torschützen. Abiturient Wenig, der die Oberstufenzeit vor zwei Monaten mit einer Durchschnittsnote von 3,5 verließ, weiß um das große Gedränge, das gerade im Mittelfeld herrscht. Dort, in der Zone zwischen Defensive und Offensive, fühlt sich der in Nürnberg geborene Franke besonders wohl.

Als im Februar sein Vertragsabschluss publik gemacht wurde, schwärmte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche von seiner Variabilität. Sechser, Achter, Zehner – alles im Prinzip möglich, wenn denn Wenig zum Zug kommt. „Ich persönlich fühle mich auf der Achter-Position am wohlsten“, sagt er und bringt Bayern-Profi Leon Goretzka ins Spiel, „dem ich vom Typ her ähnlich bin. Ich bin ein Box-to-Box-Spieler.“ Vor seinem Wechsel aus dem Bayern-Internat nach Frankfurt hat er fünf Jahre lang „eine Ausbildung auf höchstem Niveau genossen“, wie Krösche sagte. „Wir möchten diese vorantreiben. Marcel ist ein großes deutsches Mittelfeldtalent.“

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„Es ist eine Charakterfrage“

Die Eintracht ist seine erste Profistation. „Ich bin sehr gern bei den Bayern gewesen“, sagt er, „aber jetzt bin ich hier. Ich wohne allein. Aber wenn ich Probleme habe, wird mir geholfen.“ Auch dies habe er in den „sehr guten Gesprächen mit Herrn Krösche und Herrn Glasner“ gespürt. Wenig hat viel vor. Er will sich im harten Männerfußball „durchsetzen. Es ist eine Charakterfrage. Am Ende liegt es an mir.“

Im Kreise der neuen Spielkameraden wird Wenig etliche finden, zu denen er aufschauen kann. Nicht nur zum WM-Torschützen Götze, sondern auch zum Senior des Teams, Makoto Hasebe. „Makoto macht so viel für sich. Er hört in seinen Körper rein, ist topfit und ein sehr guter Fußballer.“

Auch Jungtalent Wenig will eines Tages ein sehr guter Fußballer sein. Einer, der spätestens mit zwölf wusste: „Ich will Fußballprofi werden. Ich habe mich seitdem darauf fokussiert.“ Dass er parallel zu seiner Lehrzeit in München das Abitur machte, entsprach seinem Wunsch und dem seiner Eltern. „Ich wollte auf jeden Fall einen Abschluss in der Tasche haben“, sagt er.

Am vergangenen Samstag, beim ersten Testspiel der neuen Saison in der Wetterau, war Wenig für die Eintracht schon am Ball. An diesem Dienstag, abends von 18.30 Uhr in der Partie bei Viktoria Aschaffenburg, könnte die zweite Arbeitsprobe folgen. Wenig an der Seite von Götze? Für den Jungspund wäre es ein Traum. „Von solch einem Spieler kann ich unheimlich viel lernen.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weitbrecht, Ralf
Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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