0:3 gegen Neapel

FC Bayern, Nagelsmann und die Suche nach der Form

31.07.2021
, 19:49
Bayerns neuer Trainer Julian Nagelsmann wartet noch immer auf den ersten Sieg mit den Münchenern.
Vier Tests, kein Sieg, drei Niederlagen: Julian Nagelsmann hatte sich seinen Start als Bayern-Coach anders vorgestellt. Gegen Neapel kehren die meisten Topspieler zurück – dennoch steht es am Ende 0:3, und es gibt einen Verletzten.

Auch bei der Rückkehr der meisten EM-Teilnehmer um Weltfußballer Robert Lewandowski ist Trainer Julian Nagelsmann seinen leidigen Sieglos-Status beim FC Bayern München nicht losgeworden. Der deutsche Meister verlor am Samstag vor genehmigten 10.000 Zuschauern in der Allianz Arena gegen den SSC Neapel 0:3 (0:0). „Das fühlt sich nicht gut an“, gestand Nagelsmann. Sorgen vor einem Fehlstart in die Saison habe er „jetzt nicht“, weil das Team funktioniere. Das habe man in der ersten Hälfte in der aktuellen Bestbesetzung gesehen. „Was soll ich hier nach einem Vorbereitungsspiel den Zampano machen?“

Der wuchtige Mittelstürmer Victor Osimhen (69./71. Minute), ehemals beim VfL Wolfsburg unter Vertrag, und Zinedine Machach (86.) trafen in der zweiten Hälfte für die Gäste aus Italien, als Nagelsmann alle Bayern-Stars ausgewechselt hatte. Vor den ersten beiden Toren hatten die Bayern-Profis jeweils den Ball leichtfertig im eigenen Spielaufbau hergegeben. Nach dem zweiten Gegentreffer waren dann auch Pfiffe zu hören.

Bundesliga

2:3 gegen den 1. FC Köln, 2:2 gegen Ajax Amsterdam, 0:2 gegen Gladbach – nach den Testspielen zuvor hatte Bayern-Chef Oliver Kahn einen Sieg vor dem Anpfiff eigentlich zur „Pflicht“ erhoben. Hauptwunsch gegen Neapel, das ohne Europameister Lorenzo Insigne antrat, war jedoch: Keine weiteren Verletzten. Auch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Kingsley Coman musste nach einem schmerzhaften Zusammenprall mit Stanislav Labotka frühzeitig raus (9. Minute). Die erste Diagnose lautet Rippenprellung, wie Nagelsmann berichtete. Der Flügelstürmer habe sich mit der Blessur „nicht mehr richtig bewegen“ können. Er glaube aber nicht, dass Coman länger ausfallen werde.

Auch wenn Nagelsmann bis auf Manuel Neuer, Thomas Müller, Joshua Kimmich und den angeschlagenen Niklas Süle (Rücken) erstmals eine namhafte Elf aufbieten konnte, stottert der Bayern-Motor weiterhin. Immerhin war zu erkennen, dass viele Automatismen existieren, etwa bei einer feinen Kombination von Jamal Musiala, Leroy Sané und Lewandowski, der aus der Distanz vorbeischoss (17.). Musiala scheiterte anschließend am Torwart (28.), Serge Gnabry traf den Pfosten (43.). Mit gemeinsamem Training werde man „wieder zusammenfinden“, sagte Gnabry.

„Die erste Halbzeit war ordentlich, da waren wir klar die bessere Mannschaft. In der zweite Halbzeit haben wir eigentlich drei Eigentore geschossen“, resümierte Nagelsmann bei RTL, der die Rückkehrer lobte: „Mit ihnen hatten wir viel mehr Spielkontrolle als in den letzten drei Testspielen.“

Zum Pflichtspielstart treten die Bayern am kommenden Freitag im DFB-Pokal bei den Amateuren des Bremer SV an. Ungewiss ist, ob Niklas Süle dem Rekordmeister dabei zur Verfügung steht. Der Innenverteidiger fehlte wegen Rückenbeschwerden. „Man kann keine Prognose geben“, sagte Nagelsmann. Er hoffe, dass Süle schon am kommenden Montag wieder ins Training einsteigen könne: „Es kann aber auch länger dauern.“

Gegen Neapel wechselte Nagelsmann nach 45 Minuten weitgehend durch. Nur Sané blieb von den EM-Teilnehmern auf dem Platz und sammelte ohne auffällige Aktion eine weitere Viertelstunde Spielpraxis. Es gibt aber noch viel zu tun. Der 52-jährige Kahn sieht trotz der schwierigen Vorbereitung, des schmalen Kaders und einiger verletzter Profis keinen Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt. „Nee, ich denke, wir sind sehr gut aufgestellt in allen Mannschaftsteilen“, sagte der Vorstandschef bei RTL. Der Kader sei „exzellent“ und habe in den vergangenen zwei Spielzeiten immerhin sieben Titel gewonnen. Nagelsmann soll daran anschließen.

Quelle: dpa/sid
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