1:1 gegen Hoffenheim

Schalke bleibt in der Krise

Von Roland Zorn, Gelsenkirchen
07.03.2020
, 17:28
Wieder nicht gewonnen: Schalke-Trainer David Wagner
Seit Mitte Januar haben die Königsblauen in der Bundesliga nicht mehr gewonnen. Das ändert sich im Heimspiel gegen Hoffenheim auch nicht. Der Kampf um den Europa-League-Platz sechs bleibt spannend
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Der Kampf um den Europa-League-Platz sechs bleibt spannend in der Fußball-Bundesliga. Am Samstag trennten sich in Gelsenkirchen der derzeitige Platzhalter Schalke 04 und der drei Punkte und drei Plätze entfernte Tabellenneunte TSG 1899 Hoffenheim 1:1. Ein nach einer schwachen ersten Hälfte eher glücklicher Punktgewinn für die Badener, nachdem Baumgartner (69. Minute) die Führung der Schalker durch McKennie (20.) ausgeglichen hatte. Beide Teams verlängerten damit ihre jüngste Sieglosserie.

Bundesliga

„Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die nicht ihre beste Phase haben“, sagte der Schalker Trainer David Wagner vor dieser Begegnung, wohl wissend, dass er auf sechs verletzte Stammkräfte verzichten und auf fünf sieglose Spielen zurückblicken musste. Auch die Hoffenheimer waren zuletzt nicht mit Erfolgserlebnissen verwöhnt worden. Die jüngste 0:6-Niederlage daheim gegen den FC Bayern München galt es zu verarbeiten – nicht nur wegen des nahen Spielabbruchs nach Münchner Fanprotesten gegen Dietmar Hopp, den Mäzen der TSG. Nur ein Punkt aus den vorangegangenen vier Ligabegegnungen drückte zudem auf die Laune.

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Trainer Alfred Schreuder erwartete eine von Kopf bis Fuß auf Konter eingestellte Schalker Mannschaft, die am Dienstag mit der Taktik, sich sporadisch aus der Tiefe des eigenen Raumes in Richtung gegnerisches Tor aufzumachen, bei der 0:1-Pokalniederlage gegen die Bayern einigermaßen stimmig agiert hatte. So wie Hoffenheim beim 2:0-Heimsieg über die Königsblauen im Hinspiel.

Von der alten Zielstrebigkeit aber waren die Badener während der ersten Hälfte meilenweit entfernt. Während die Hoffenheimer gepflegte Langeweile verbreiteten, bewiesen die Schalker entgegen Schreuders Vermutung zumindest ab und zu so etwas wie offensive Tatkraft. Vor allem der 21 Jahre alte amerikanische Nationalspieler McKennie tat sich als zentraler Antreiber hervor. Bei einem zentimetergenauen Pass in den Hoffenheimer Strafraum besaß Kenny nicht die kühle Entschlossenheit, die Vorlage zum 1:0 zu nutzen. Der Engländer schoss den Ball auf die Brust von Torwart Baumann, und dahin war die erste große Gelegenheit der Schalker (14.). Sechs Minuten später setzte McKennie zu einem ungestörten Lauf in den Hoffenheimer Strafraum an und nutzte seinen Freiraum mit einem präzisen Flachschuss zum 1:0.

Die Hoffenheimer erhöhten nach dem Wechsel den Druck aufs Schalker Tor, ohne zunächst konkret zu werden. Da waren ihnen die Schalker weiter voraus. So hatte Baumann Mühe, einen Distanzschuss von Kenny festzuhalten (56.), während der flinke Matondo sein Solo nicht krönen konnte, weil sein Schuss am Tor vorbeiflog (61.). Auf der anderen Seite sahen sich die Hoffenheimer kurz am Zwischenziel, als Hübners Kopfball nach Rudys Freistoß das 1:1 zu bedeuten schien (66.). Der vermeintliche Torschütze aber stand, wie der Videobeweis ergab, abseits. Dennoch: Diese Szene beflügelte die frisch erwachte Courage der TSG, die zwei Minuten später durch den Schuss des eingewechselten Baumgartners nach Skovs Eckball und Hübners Kopfballvorlage zum 1:1 ausglich.

Quelle: FAZ.NET
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