Union Berlin zu Gast bei 05

Nullnummer in Mainz

Von Peter H. Eisenhuth, Mainz
14.08.2022
, 17:29
Bekam selten etwas zu tun: Mainz-Torhüter Robin Zentner
Nicht nur das Ergebnis ist für beide Mannschaften unbefriedigend: Mainz 05 und Union Berlin trennen sich nach einer ereignisarmen Partie in der Fußball-Bundesliga 0:0.
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In die Gruppe der Schwerstarbeiter hat sich am Sonntag Stefan Hofmann eingereiht. Der Vorsitzende des FSV Mainz 05 musste wegen einer verlorenen Wette vor dem Anpfiff des Bundesligaspiels gegen Union Berlin als Fahnenschwenker auf dem Rasen fungieren. Fürs erste Mal machte er seine Sache or­dentlich – seinen Spielern mochte man allerdings im Umgang mit dem Ball mehr Leichtigkeit wünschen.

Bundesliga

Nun, leicht tat sich keine der beiden Mannschaften beim 0:0 damit, gefährliche Szenen vor dem gegnerischen Tor zu kreieren. Eine der gefährlichsten resultierte aus dem ersten Mainzer Angriff, als Silvan Widmer nach 14 Sekunden rechts am Berliner Fünf­meterraum angespielt wurde, unbedrängt hätte schießen können, aber in die Mitte passte, wo kein Mitspieler stand.

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Widmer war eine von zwei Veränderungen, die Trainer Bo Svensson im Vergleich zum Auftaktsieg in Bochum vorgenommen hatte. Der vor einer Woche kurzfristig ausgefallene Kapitän kehrte anstelle von Edimilson Fernandes auf die rechte Außenbahn zurück. Vorn ersetzte der ehemalige Unioner Marcus Ingvartsen den noch in der Findungsphase begriffenen Neuzugang Angelo Fulgini.

Ingvartsen war Teil des Problems, dass es den 05ern nicht gelang, in den Rücken der Berliner Abwehr zu kommen. Ohnehin nicht der Mann für Tiefenläufe, vermochte er aber auch kaum Bälle zu halten und an den Mann zu bringen; bei gegnerischem Ballbesitz verteidigte er zu nachlässig, wo ein Jonathan Burkardt den Gegner mit Tempo angelaufen hätte (und ein Karim Onisiwo dies auch tat).

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Kaum Impulse bei Mainz

Freilich kamen in diesem von mal in­tensiven, mal zerfahrenen Zweikämpfen geprägten Spiel auch kaum Impulse aus dem Mittelfeld oder über die Flügel. Be­zeichnend dafür war, dass der erste Mainzer Torschuss nach einer Ecke zustande kam: Widmer köpfte den von Anton Stach auf den ersten Pfosten gebrachten Ball vorbei (13. Minute). Eine Minute später prüfte Jae-sung Lee den Berliner Keeper Frederik Rönnow mit einer verunglückten Flanke. Auf der andere Seite tat sich auch nicht mehr. Sheraldo Becker schoss nach weitem Rönnow-Abschlag in Robin Zentners Arme, zweimal entstand bei Flanken und Ecken ein Hauch von Gefahr.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit kehrte mehr Leben in die Arena ein, und die Mainzer machten, ungeachtet zweier gu­ter Distanzschüsse des FC Union, den vi­taleren Eindruck. Offensiv wie defensiv, wo die Dreierkette ein überzeugendes Stellungsspiel praktizierte und Maxim Leitsch beispielsweise den Berliner Topsprinter Becker nach einem Tiefenpass störte und damit eine Eins-gegen-eins-Situation verhinderte.

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Nach vorn funktionierte nicht alles, doch dank deutlich mehr Biss in den Zweikämpfen kamen die 05er auch zu deutlich mehr Angriffen und Abschlüssen. Stach hatte die Führung auf dem Fuß, schoss nach einem Konter über Lee und Widmer aber zu schwach aufs kurze Eck, in dem Rönnow stand (58.), Sekunden später baggerte der Schlussmann einen Onisiwo-Schuss in Volleyballmanier aus dem Fünfmeterraum.

Die Stimmung auf den Rängen heizte ein Zusammenspiel zweier eingewechselten Akteure an: Fulgini spielte auf der linken Seite einen Pass in die Tiefe, Marlon Mustapha dribbelte sich gegen zwei Verteidiger in den Strafraum, sein Schrägschuss rollte am Pfosten ins Aus. Etwas später brachte Svensson in Delano Burgzorg noch seinen letzten und schnellsten Stürmer – der versuchte es mit Macht, holte damit aber nur eine Ecke heraus.

„Man hat gesehen, dass es kein gutes Spiel war. Beide Mannschaften haben es versucht, aber bei der Hitze war es schwer, die notwendige Intensität aufzubringen“, sagte Unions Mittelfeldspieler Rani Khedira anschließend bei DAZN. Auch der Mainzer Onisiwo meinte: „Dass es ein Kampfspiel wird, haben wir gewusst. Dass es aber so ekelhaft wird...“. Der Österreicher wollte sich danach nur noch abkühlen. „Auf jeden Fall geht es in die Eistonne, auf die freue ich mich“, sagte er.

Quelle: F.A.Z.
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