Zweite Bundesliga

„Lilien“ auf Rekordjagd

Von Alex Westhoff
16.05.2021
, 10:01
Darmstadt-Trainer Markus Anfang will die Saison mit Erfolgen beenden und verzichtet auf nette Gesten. Mit dem FC Heidenheim wartet nun aber eine schwere Herausforderung.

Tobias Kempe und Felix Platte können dieser Tage schon mal ins Zweifeln kommen. Da sitzen sie – oder hängen herum? – tagein, tagaus in einem nur vom „Lilien“-Tross bewohnten Hotel in Gernsheim. Schlagen in ihren Einzelzimmern die Zeit tot, sitzen bei den Mahlzeiten in Kleingruppen auf Abstand zueinander und können noch nicht mal an den Highlights des Tages teilnehmen: den Trainingseinheiten. Weil sie verletzt sind, Kempe am Oberschenkel, Platte an den Adduktoren.

2. Bundesliga

In der Hoffnung, am saisonabschließenden Zweitligaspiel am kommenden Sonntag in Kiel teilnehmen zu können, befinden sie sich mit den „Lilien“-Kollegen seit Mittwoch im vorgeschriebenen Quarantäne-Trainingslager. Und können an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga sowie bei Sky) im Hotel im Fernsehen verfolgen, wie das Team ihr letztes Heimspiel 2020/21 gegen den 1. FC Heidenheim bestreitet.

Trainer Markus Anfang hat ausgerechnet, dass seine formstarke Equipe „die beste Rückrunde überhaupt“ in der Darmstädter Erst- und Zweitliga-Historie schaffen könnte. „Das gibt uns Auftrieb, das gibt uns Mut – bei all den Verletzungssorgen, die wir nach wie vor haben, das darf man nicht vergessen“, so Anfang.

Denn auch die Einsätze der offensiven Außenbahnspielern Tim Skarke und Erich Berko sind fraglich. Frisches Personal für die neue Runde haben die Darmstädter unter der Woche verpflichtet. Von Dunajska Streda kommt der 27 Jahre alte Innenverteidiger Jannik Müller, einst Kapitän von Dynamo Dresden.

Nicht abrücken will Anfang auch im Saisonfinale vom Leistungsprinzip, wie er sagt. Abwehrmann Mathias Wittek, der sich nach anderthalbjähriger Zwangspause nach einer Knieverletzung wieder herangekämpft hat, will er gegen dessen alte Heidenheimer Kollegen keinen Einsatz versprechen. Wenn der Klub wegen netter Gesten „ein oder zwei Tabellenplätze schlechter abschneidet und damit wegen entgangener Fernsehgelder wirtschaftlich schlechter dasteht“, sei dem Verein nicht geholfen, sagte Anfang.

Quelle: F.A.S.
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