Sieg gegen HSV in Relegation

Hertha BSC bleibt in der Bundesliga

Von Sebastian Stier
23.05.2022
, 23:22
Freude pur mit Plattenhardt (l.): Hertha BSC Berlin bleibt in der Bundesliga
Plattenhardt bereitet das 1:0 vor und erzielt den zweiten Treffer selbst. Hertha bleibt in der Bundesliga, die Mission von Trainer Magath „ist jetzt beendet“. Der HSV muss in sein fünftes Zweitligajahr.
ANZEIGE

Wenn sich Hertha BSC einen Start in das Relegationsrückspiel gegen den Hamburger SV hätte wünschen können dann diesen: Ecke von Marvin Plattenhardt, Kopfball Dedryck Boyata und schon war das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisiert. Nach gerade einmal vier Minuten war das finale Duell zwischen dem Sechzehnten der Bundesliga und dem Dritten der zweiten Liga wieder völlig offen.

Bundesliga

In der Folge bekam Herthas Trainer Felix Magath zu sehen, was er schon vor dem ersten Spiel am vergangenen Donnerstag gefordert hatte. Hertha trat auf wie der Bundesligaklub, wie der Favorit der den aufmüpfigen Herausforderer in Schach hielt. Und mehr noch, der ihn bezwang. Hertha gewann in nicht für möglich gehaltener Souveränität 2:0 beim Hamburger SV und bleibt in der Bundesliga. Nach dem Spiel verkündete Magath seinen Abschied von den Berlinern: „Mein Job ist jetzt beendet“, sagte er. Der HSV geht dagegen in sein fünftes Zweitligajahr.

ANZEIGE

Die Sogwirkung des Berliner Führungstreffers währte eine Halbzeit lang. In der aber hielten sie den Hamburger SV komplett in Schach. Befeuert wurde der Berliner Mut durch zwei Änderungen in der Startelf gegenüber dem Hinspiel. Santiago Ascacibar rückte nach seiner Sperre wieder in die Mannschaft und dann war da noch Kevin-Prince Boateng, der 35 Jahre alte Alpha-Herthaner, der genau für solche Spiele mit Finalcharakter verpflichtet worden war vor der Saison.

Dass die Liaison zwischen Boateng und Hertha über weite Teile der Saison den Charakter einer aufgewärmten Beziehung hatte, geschenkt. In den ersten Minuten dieses entscheidenden Spiels funktionierte Boateng in seiner Rolle perfekt. Seiner und Ascacibars Körperlichkeit hatte der HSV zuerst wenig entgegenzusetzen.

ANZEIGE

Ausgerechnet Plattenhardt

Zur entscheidenden Figur im Berliner Spiel avancierte aber ein anderer. Marvin Plattenhardt, der Linksverteidiger, der es einst zum Nationalspieler und Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2018 gebracht hatte, schlug von seiner linken Seite Flanke um Flanke in den Hamburger Strafraum. Glück für den HSV, dass sich kein Berliner fand, der sich mit genügend Überzeugung in diese Eingaben warf. So blieben Plattenhardts Flanken meist wirkungslos.

Unübersehbar war aber, dass dem HSV die im Hinspiel gewonnene Leichtigkeit abhanden gekommen war. Ein Offensivspiel fand nicht statt, in der ersten Halbzeit gab es nicht eine nennenswerte Torchance für die Hanseaten zu verzeichnen. Die Mischung aus Vorfreude und Erwartungshaltung lähmte Hamburg offensichtlich, obwohl sich das Publikum größte Mühe gab, trotz des frühen Rückstandes die eigene Mannschaft nach vorne zu treiben.

ANZEIGE

Doch es war offensichtlich, dass Hertha die druckresistenteren Charaktere auf dem Feld hatte. Gefährlich waren die Berliner aber nur in Ansätzen, Lucas Tousart zog nach feiner Vorarbeit von Ishak Belfodil einfach mal ab, Hamburgs Torwart Heuer Fernandes hatte einige Probleme den Schuss zu parieren (31.). Kurz vor der Pause setzte sich wieder Belfodil im Strafraum durch, abermals trat Tousart in Erscheinung, aber der Franzose erwischte den Ball nicht richtig.

Der Alpha-Herthaner: Ein Boateng (r.) nimmt es schon mal mit zwei Hamburgern auf
Der Alpha-Herthaner: Ein Boateng (r.) nimmt es schon mal mit zwei Hamburgern auf Bild: Reuters

Hertha führte völlig verdient, doch der HSV kam mit deutlich mehr Überzeugung aus der Halbzeit. Plötzlich gewann die Mannschaft von Trainer Tim Walter mehr Zweikämpfe, einen wuchtigen Schuss von Heyer konnte Herthas Torwart Oliver Christensen nur mit Mühe abwehren. Christensen, der in den Relegationsspielen den verletzten Marcel Lotka vertrat, stand dieses mal anders als im Hinspiel nicht im Mittelpunkt. Die wenigen Bälle, die auf sein Tor kamen, parierte er souverän. Seine Mitspieler machten es ihm leicht. Abgesehen von der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit erstickten sie größte Gefahren frühzeitig im Keim.

Die Entscheidung fiel nach gut einer Stunde, mitten in einer Drangphase des HSV. Freistoß für Hertha am rechten Strafraumeck. Plattenhardt legt sich den Ball zurecht und zirkelt ihn direkt über Heuer Fernandes in die lange Torecke.

Ausgerechnet Plattenhardt, der oft verletzt ausgefallen war und unter Magaths Vorgänger Korkut keine Rolle mehr gespielt hatte. Magath setzte dagegen wieder auf den Linksfuß, der, wenn er spielte, effektiv in Erscheinung trat. Wichtiger als in dieser 62. Minute war Plattenhardt aber nie zuvor für Berlin. Von diesem zweiten Gegentor sollte sich der HSV nicht mehr erholen. Dessen Schlussoffensive war kein Problem für die vielbeinige Berliner Abwehr.

Quelle: FAZ.NET
  Zur Startseite
Lesermeinungen
Alle Leser-Kommentare
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Fahrradhelm
Fahrradhelme im Test
Baufinanzierung
Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
Spanischkurs
Lernen Sie Spanisch
ANZEIGE