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FAZ plus ArtikelKlinsmann bei Hertha BSC

Und wieder ein akuter Sanierungsfall

Von Michael Horeni, Berlin
Aktualisiert am 01.12.2019
 - 20:33
Und dann auch noch die falsche Handyhülle: Hertha-Trainer Klinsmann
Der Berliner Fußball will sich in die Zukunft stürzen. Doch der Realitäts-Check unter Jürgen Klinsmann ist ziemlich ernüchternd. Hertha BSC und der neue Trainer erleben einen Premierentag zum Vergessen.

Als der neue Trainer kurz vor dem Anpfiff sein Handy rausholte, um die schöne Stimmung im erstmals in dieser Saison ausverkauften Berliner Olympiastadion einzufangen, schien es, als wolle Jürgen Klinsmann damit auch eine neue und aufregende Fußballbeziehung in der Hauptstadt bezeugen: Ein Trainer und Hoffnungsträger, der das Stadion füllt, lässt sich selbst von den Anhängern inspirieren. Das wäre tatsächlich mal was für Berlin und bei der Hertha, dem schläfrigen Riesen.

Neunzig Minuten und eine weitere Berliner 1:2-Niederlage später war von dieser Momentaufnahme einer neuen Fußballzeit in Berlin nicht mehr viel zu spüren. Die Hertha hatte zu Klinsmanns Einstand einen vollkommen glanzlosen und weitgehend trostlosen Auftritt abgeliefert. Selbst der seit Wochen taumelnde BVB mit einem Trainer auf der Kippe war in Unterzahl noch eine Nummer zu groß für den sogenannten und selbsternannten „Big-City-Klub“ der Zukunft, der Hertha mit seinem neuen Investor und Trainer einmal werden will. Selbst die Chance, mit einem einzigen Törchen gegen eine in der zweiten Halbzeit um Mats Hummels auf zehn Spieler dezimierte Dortmunder Mannschaft wenigstens noch ein Unentschieden zu erzwingen, stellte die Hertha von heute vor eine unlösbare Aufgabe. Um die Performance des Tages im Slang des „Big-City-Klubs“ der Zukunft zu beschreiben: no goals, no glamour.

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Quelle: F.A.Z.
Michael Horeni - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Horeni
Korrespondent für Sport in Berlin.
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