Ginter zu Impfungen und Corona

„Das ist sehr überraschend für mich gewesen“

18.09.2021
, 11:23
Sein Vertrag in Mönchengladbach läuft aus: Matthias Ginter, hier im Trikot der DFB-Auswahl
Nationalspieler Matthias Ginter hat sich trotz Impfung mit Corona infiziert. In einem Interview spricht er nun über seine Erkrankung – und seine Zukunft in der Fußball-Bundesliga.

Sein Impfschutz hat Fußball-Nationalspieler Matthias Ginter bei seiner Corona-Infektion nach eigener Aussage vor einem noch heftigeren Verlauf geschützt. Dennoch gab der 27 Jahre alte Abwehrspieler zu, von der Infektion heftig getroffen worden zu sein. „Ich hatte Fieber, Geschmacksverlust, war völlig fertig, allein der Weg vom Bett bis ins Badezimmer erwies sich als wahre Kraftanstrengung“, erzählte Ginter im Interview des „Express“. „Der Sonntag und Montag nach dem Leverkusen-Spiel hatten es in sich. Das war schon krass.“

Der doppelt geimpfte Innenverteidiger von Borussia Mönchengladbach war vor einem Monat im Spiel bei Bayer Leverkusen vorzeitig ausgewechselt worden. Er ging zu dem Zeitpunkt noch von einem einfachen Infekt aus. Ein anschließender Coronatest war dann aber positiv. „Als ich die Diagnose bekommen habe, ist das schon sehr überraschend für mich gewesen. Ich bin doppelt geimpft und hatte mich schon in gewisser Weise sicherer gefühlt“, sagte Ginter. „Die Impfung dürfte eine längere Leidenszeit verhindert haben. Fünf Tage später sind die Coronatests dann auch wieder negativ gewesen.“

Noch keine Vertragsgespräche

Seine Zukunft beim Bundesligaklub aus Mönchengladbach, der an diesem Samstag gegen den FC Augsburg spielt (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky), hält sich Ginter neun Monate vor Vertragsende derweil weiterhin offen. „Es weiß jeder, dass ich mich auf der einen Seite wahnsinnig wohlfühle im Verein. (...) Auf der anderen Seite kennen wir die Situation des Vereins“, sagte der Abwehrspieler.

Bei der Borussia habe es zuletzt „keine Verkäufe gegeben“, da könne aus Sicht von Ginter „wohl jeder nachvollziehen, dass der Verein in einer speziellen Lage ist, was Kalkulation und Planung betrifft“. Konkrete Gespräche zur Verlängerung seines im Juni 2022 auslaufenden Arbeitspapiers habe es noch nicht gegeben: „Ohne Vertragsangebot gibt es nichts zu pokern, wir haben ehrlich gesagt auch noch nie über Zahlen gesprochen.“

Zuletzt aufgekommene Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Rekordmeister Bayern München wollte Ginter aus Respekt vor seinem jetzigen Klub „unkommentiert lassen“, mit einem kurzfristigen Abgang im Winter habe er sich „bislang nicht auseinandergesetzt. Das ist für mich auch aktuell schwer vorstellbar.“ Ginter war 2017 von Borussia Dortmund an den Niederrhein gewechselt und ist eine feste Größe im Abwehrzentrum der Fohlen.

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl begründete unterdessen die stockenden Vertragsverhandlungen mit Nationalspieler Ginter und Denis Zakaria auch mit den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie. „Wir wollen uns da in Ruhe Gedanken machen. Wir müssen das auch erstmal kalkulieren, Corona ist immer noch da“, sagte Eberl am Samstag im TV-Sender Sky auf die Frage, warum die Borussia Ginter noch kein Angebot für eine Vertragsverlängerung unterbreitet habe. Ziel sei es aber, sowohl Ginter als auch Zakaria langfristig an den Verein zu binden.

„Wir werden alles dafür tun, den Spielern Angebote zu unterbreiten, die dann auch angenommen werden“, sagte Eberl vor der Partie beim FC Augsburg. Die Gespräche mit den beiden Profis wolle der Verein zeitnah aufnehmen. „Die Spieler wissen, wie wertvoll sie für uns sind und welche Wertschätzung sie im Verein haben. Wir wollen sie überzeugen, dass Gladbach auch der nächste richtige Schritt ist.“

Quelle: jaeh./dpa/sid
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