Verzweifelter RB-Leipzig-Coach

„Das verstehe und akzeptiere ich nicht“

02.12.2021
, 15:21
Seiner Mannschaft fehle Kontinuität, sagt Leipzigs Trainer Jesse Marsch.
RB Leipzig tritt in dieser Saison auf der Stelle. Das beschäftigt auch Trainer Jesse Marsch zunehmend. Bei einer Pressekonferenz räumt der Amerikaner nun Fehler ein und sagt: Vielleicht „passt es nicht“.
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Jesse Marsch hat seine amerikanische Leichtigkeit verloren. Der Trainer des Fußball-Bundesligaklubs RB Leipzig wirkte am Donnerstag bei der Online-Pressekonferenz vor der Partie der Sachsen am Freitagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei DAZN) beim 1. FC Union Berlin verzweifelt. Und das nicht nur wegen seiner weiter andauernden Quarantäne nach der Corona-Erkrankung. Vielmehr beschäftigt den Trainer das ständige Auf und Ab in den Leistungen seiner Mannschaft, die im Vergleich zu den Vorjahren trotz des breitesten Kaders einen Rückschritt gemacht hat. Wodurch Marsch nun selbst massiv in die öffentliche Kritik geraten ist.

Bundesliga

Von Seiten seines Arbeitgebers fühlt sich Marsch (noch) nicht unter Druck gesetzt. „Wir hatten von Anfang an eine gute Verbindung und starkes Vertrauen. Wir reden offen und ehrlich miteinander“, sagte Marsch auf die Frage, ob er die Rückendeckung der Vereinsspitze noch spürt. Fakt aber ist, dass RB von seinen eigenen Zielen und Ansprüchen derzeit weit entfernt ist. International geht es nur noch darum, wenigstens in der Europa League zu überwintern. Die viel wichtigere Qualifikation für die nächste Champions League-Saison ist mit dem derzeitigen achten Platz aber in Gefahr. Und das liegt an den inkonstanten Leistungen, wofür der Trainer die Verantwortung trägt.

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„Ich habe immer versucht, das Beste zu liefern. Man muss die Frage stellen, ob es nicht genau passt. Aber ich werde immer mein Bestes für die Gruppe, für den Verein geben. Nicht für mich“, sagte Marsch und es klang bereits wie ein erster Abgesang. Er habe Fehler gemacht, alle hätten Fehler gemacht.

Marsch auf Lösungssuche

Und nun kommt das Union-Spiel, bei dem Marsch abermals nicht dabei sein und voraussichtlich von Marco Kurth, dem zweiten Ko-Trainer neben Achim Beierlorzer, vertreten wird. „Wir müssen unser bestes Spiel der Saison liefern. Wir haben großen Respekt vor Union und ihrem Trainer. Wir müssen mental bereit sein für dieses Spiel. Es geht nicht mehr darum, dass wir bis Weihnachten 30 Punkte haben. Bei dieser fehlenden Konstanz können wir nur an jedes einzelne Spiel denken“, sagte Marsch.

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Er lebe in der Realität und stelle sich Tag für Tag die Frage, was die Mannschaft lernen kann, was wichtig ist für den nächsten Tag, für das nächste Spiel. „Wir haben mit unserem Spielstil etwas Flexibilität probiert, mehr Themen aus den vergangenen zwei Jahren übernommen. Aber mein Stil ist auch Aggressivität, Intensität mit dem Ball und gegen den Ball. Die ganze Kombination passt manchmal perfekt und manchmal passt sie nicht. Das verstehe und akzeptiere ich nicht“, sagte Marsch. Dennoch wolle er weiter die richtige Lösung versuchen zu finden.

Gegen Union dürfte von den zuletzt wegen der Corona-Infektion fehlenden Spielern Mohamed Simakan in den Kader zurückkehren, der bereits das Mannschaftstraining wieder absolviert. Ob Kapitän Peter Gulacsi im Tor stehen wird, bleibt offen, da er zunächst nur individuell trainierte. Die verletzten Dani Olmo, Marcel Halstenberg und Yussuf Poulsen fehlen ebenso wie die noch in Quarantäne befindlichen Willi Orban und Hugo Novoa.

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Quelle: dpa
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