Bayern München

Eine besondere Prüfung für Thomas Müller

Aktualisiert am 10.01.2020
 - 07:13
Thomas Müller hatte beim FC Bayern eine schwere Zeit zu überstehen.
Erst flog er aus der Nationalmannschaft. Dann war er in München nur noch ein Notnagel. Inzwischen hat Thomas Müller seinen Stammplatz zurück beim FC Bayern. Nun spricht er über die harte Zeit.

Der frühere Nationalspieler Thomas Müller geht beim FC Bayern München nach einer persönlich harten Prüfung in der Hinrunde unter dem ehemaligen Trainer Niko Kovac gestärkt in das neue Jahr. Der 30 Jahre alte Fußball-Weltmeister von 2014 spielt nach der Amtsübernahme von Hansi Flick wieder eine Hauptrolle beim deutschen Rekordmeister, nachdem er im vergangenen Herbst mehrmals nacheinander nicht zur Startelf gezählt hatte und von Kovac sogar zum Notnagel erklärt worden war.

Bundesliga

„Für mich persönlich gab es eine Periode, in der ich absolut nicht zufrieden war. Wenn man mal von der Bank kommt, ist das alles kein Problem. Da habe ich aber, glaube ich, sechsmal in Folge nicht (von Anfang an) gespielt. Das war keine einfache Zeit“, sagte Müller im Trainingslager in Qatar auf die Frage nach seiner Hinrundenbilanz. „Aber summa summarum war es ein schönes Halbjahr für mich, weil das eine Prüfung war“, ergänzte Müller: „Und ich habe vom Gefühl her diese Prüfung gut bestanden. Deswegen gehe ich eher gestärkt und mit ziemlich viel Selbstvertrauen aus dieser Situation heraus.“

Nachdem Müller im vergangenen Frühjahr von Bundestrainer Joachim Löw aus der deutschen Nationalmannschaft aussortiert worden war, nagte die Reservistenrolle an ihm. Das Münchner Eigengewächs schloss damals sogar einen möglichen Vereinswechsel nicht aus. „Wenn du nach so vielen Jahren etwas extremer auf den Prüfstand gestellt wirst, dir dann aber selber die Bestätigung herausarbeitest, dass du es schon noch drauf hast, ist das immer ein schönes Gefühl“, sagte Müller. Flick setzte in den bislang zehn Partien unter seiner Regie in der Regel in der Startformation auf Müller.

Für den designierten Bayern-Chef Oliver Kahn war es derweil extrem wichtig, nach seiner Torwart-Karriere zunächst Abstand vom Profifußball zu finden. „Distanz würde ich das nicht nennen, eher Zeit zur Reflexion“, sagte das neue Vorstandsmitglied des FC Bayern München in einem Interview in der neuen Ausgabe des Vereinsmagazins „51“. „Es hat nach 2008 eine Zeit gedauert, bis ich das durchgetaktete Leben als Fußballer ablegen konnte. Außerdem wollte ich auch andere Einflüsse zulassen“, sagte der ehemalige Nationaltorhüter, der 2008 seine Spielerlaufbahn beendete: „Das war für mich eine sehr wichtige Phase.“

Er sei mehr und mehr ins Geschäftsleben hineingewachsen und durch seine Expertentätigkeit beim ZDF trotzdem nah am Fußball geblieben. Als TV-Experte sei er auch bei den meisten großen Bayern-Spielen in der Champions League dabei gewesen, sagte der 50-Jährige: „So richtig weg war ich also nie und wollte das auch nicht sein.“

Sein Blick auf den Fußball hat sich verändert. „Ich habe den Fußball zunehmend auch aus wirtschaftlicher und unternehmerischer Perspektive gesehen. Mit Themen wie Digitalisierung, Internationalisierung und der Entwicklung des Fußballs insgesamt habe ich mich immer mehr beschäftigt. So hat sich mein Blick gleichzeitig verbreitert, und ich bin analytisch in die Tiefe gegangen“, sagte Kahn, der Ende 2021 Karl-Heinz Rummenigge (64) als Vorstandsvorsitzender ablösen soll.

Kahn will dazu beitragen, dass der FC Bayern auch als globale Marke den regionalen Charakter beibehält. Eigengewächse und bayerische Akteure seien als Identifikationsfiguren auch in Zukunft wichtig. „Diese Spieler braucht es mehr denn je. Spieler wie David Alaba, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und natürlich Thomas Müller haben Epochen beim FC Bayern mitgeprägt und stehen für diesen Verein“, sagte der gebürtige Badener.

Quelle: tora./dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot